Projektträger

Agrokraft Rhön-Grabfeld

BUND Naturschutz

Bayerischer Naturschutzfonds

Laufzeit

2017-2021

Das Projekt

Das „Wildpflanzenprojekt Rhön-Grabfeld“ wurde 2017 vom Bauernverband und der Firma Agrokraft gestartet. Seit 2019 wird es auch vom Bayerischen Naturschutzfonds finanziell unterstützt und begleitet.  Das Projekt soll in der Region Mais für die Biogasproduktion durch eine spezielle, artenreiche Blühmischung ersetzen. Der „Veitshöchheimer Hanfmix“ besteht aus 30 Pflanzenarten und kann nach der Aussaat zwischen fünf und acht Jahren auf dem Acker stehen bleiben. Der Aufwuchs kann jährlich in der Biogasanlage verwertet werden. So können die Flächen ökonomisch zur Produktion erneuerbarer Energie genutzt werden und gleichzeitig einen wichtigen wichtigen Beitrag für mehr Artenvielfalt in der Feldflur leisten. Denn die Flächen bieten zahlreichen bedrohten Wildbienen und andere Insekten Nahrung und einen Lebensraum und ziehen dadurch auch Vögel magisch an. Daneben bieten sie nicht nur während der Vegetationsperiode, sondern auch im Winter Deckung für zahlreiche Tiere der Agrarlandschaft. Weitere wichtige Vorteile gegenüber einjährigen Monokulturen sind der Boden- und Gewässerschutz durch die ganzjährige Bodenbedeckung.

Die Initiative für das Pilotprojekt kam nicht von der EU oder dem Land, sondern von Landwirten, Biogasanlagenbetreibern, Naturschützern und Imkern. Für die Gesellschaft, für Natur und Umwelt wollten sie etwas tun und sind deshalb aktiv geworden. Die angebaute Fläche konnte über die letzten Jahre kontinuierlich vergrößert werden: von etwa 20 Hektar in 2017 auf 38 Hektar in 2018. Im Jahr 2019 bauten 40 konventionell arbeitende Landwirte auf rund 100 Hektar den Veitshöchheimer Hanfmix an. Das Erntegut wird in fünf Gemeinschaftsbiogasanlagen in Rhön-Grabfeld zur Gewinnung von Biogas genutzt.

Der einzige Haken an der Sache: Die Blühmischung hat nach Untersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim im Schnitt einen um die Hälfte geringeren Methanertrag als Mais. Daher erhalten die Landwirte durch das Projekt eine Ausgleichszahlung von 500 € pro Hektar und Jahr. Damit die blühenden Biogasfelder nach Projektende 2021 nicht einfach verschwinden, muss das Geld dann aus anderen Töpfen kommen. Die Organisatoren versuchen daher, das Projekt im Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) des Landes Bayern unterzubringen, um eine langfristige Finanzierung zu sichern.

https://www.youtube.com/watch?v=L4ubx55gFsk

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Den Projektflyer finden Sie hier