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Biodiversität bei Biogas

Biodiversität für Biogasanlagen

Dem ökonomischen Ertrag von Biogasanlagen steht oftmals ein Minus bei der Biodiversität gegenüber. Doch es gibt erprobte und betriebswirtschaftlich interessante Alternativen, bei denen keine chemischen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden und die die Biodiversität in den Offenlandlebensräumen deutlich erhöhen: Biogas aus mehrjährigen Wildpflanzen. Der NABU Baden-Württemberg will nun in dem neuen Projekt „Biodiversität für Biogasanlagen“ Landwirte von diesem Anbausystem überzeugen und damit die Biodiversität stärker in den Focus der Energiewende stellen. Das Projekt ist auf 18 Monate angelegt und baut auf ersten landwirtschaftlichen Erfahrungen in diesem Bereich auf. Mit Workshops, Feldexkursionen und anderen Veranstaltungen werden Alternativen zum Maisanbau für die Biogasgewinnung aufgezeigt und die praktischen Erfahrungen der Landwirte zusammengeführt. Vermittelt wird dabei auch Know-how zu Anbau, Ernte und Naturschutzeffekten von Wildpflanzenmischungen sowie zur naturverträglichen Bewirtschaftung. Kooperationspartner sind das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg, die Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume, das Landwirtschaftliche Zentrum BW, der Fachverband Biogas, die Universität Hohenheim, der Landesjagdverband sowie weitere Institutionen. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg aus zweckgebundenen Erträgen der Glücksspirale.

Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier. 

M. Wortmann setzt sich mit Wildpflanzen für mehr Biodiversität ein

Landwirte ackern mit Wildpflanzen für den Naturschutz

Naturschutz in die Landwirtschaft zu integrieren ist über viele Wege möglich. Das zeigt auch das bisher einmalig durchgeführte Projekt „Energiepflanzenanbau und Biodiversität- Landwirte ackern zur Förderung der Biodiversität im Münsterland“:
Landwirt M. Wortmann aus Coesfeld setzt sich für mehr Vielfalt ein. Indem er mehrjährige Blühstreifen in den Anbau integriert, sichert er nicht nur die Erträge auf einigen seiner sehr sandigen Böden, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Biodiversität. Denn pro Hektar werden ihm, für mehrjährig niederwüchsige Blühsteifen ohne Nutzung,  1.561 Euro im Jahr vergütet.

Das Projekt ist das erste landwirtschaftlich initiierte Naturschutzprojekt in Nordrhein-Westfalen, das mit Bundesmitteln gefördert wird.  Es ist Teil eines Verbundprojekts unter dem Dach vom Deutschen Bauernverband, gefördert vom Bundesprogramm Biologische Vielfalt sowie der Rentenbank.  Das Saatgut für die Wildpflanzen wird kostenfrei von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft zur Verfügung gestellt.

In zwei Gebieten mit je rund 500 Hektar sollen nun jährlich auf bis zu 5 Prozent der Fläche Arbeiten für mehr Naturschutz im Münsterland umgesetzt werden. Mit den Wildpflanzen wird die Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft erhöht und Lebensräume für wildlebende Tier- und Pflanzenarten wieder hergestellt. Die Modellregion im Kreis Coesfeld ist repräsentativ für große Teile der ackerbaulich geprägten Veredelungsregionen und somit auch auf andere Regionen übertragbar.

Den vollständigen Artikel finden sie im DLZ Magazin vom November 2016. Weiter Informationen zum Projekt und Antragsteller sind bei uns unter Projekte hinterlegt.

Wie wichtig Wildpflanzen als Wildtier-Lebensraum sind wird gerade zur kalten Jahreszeit deutlich, wenn die Tiere nicht nur Deckung brauchen, sondern insbesondere  Nahrung für den Winter benötigen. Im Winter können die mehrjährigen Wildpflanzen kniehoch stehengelassen werden und bieten damit einen wichtigen Schutz und optimale Bedingungen für unsere Wildtiere.

Foto: Bockholt