Bunt statt grün - im Gespräch über Bunte Biomasse

Energie aus Wildpflanzen soll künftig auch in Baden-Württemberg gefördert werden

In Baden-Württemberg hatte die elobau Stiftung zu einem Webinar rund um die Energieproduktion aus Wildpflanzen eingeladen. Dabei gab es einen vielversprechenden Ausblick: Raimund Haser (MdL) berichtete, dass in Baden-Württemberg ab 2023 über das Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum eine Fördermaßnahme für die mehrjährigen Wildpflanzenkulturen zur Biomasseproduktion geplant ist.

Menschen über Bunte Biomasse

Richtig gesehen: Da steht Olympiasieger Schorsch Hackl mit Sommerhut statt Rodellhelm inmitten Bunter Biomasse. Denn die Wintersportlegende ist Deutschlands Biogasbotschafter Nr. 1 und hatte in der laufenden Aktionswoche der Artenvielfalt des Fachverbandes Biogas viel zu tun. Aus Anlass der Aktionswoche Artenvielfalt hat das Netzwerk Lebensraum Feldflur diverse Akteure rund um den Anbau von mehrjährigen Wildpflanzenmischungen zur Biogasproduktion in Szene gesetzt.

Das es weit mehr Möglichkeiten zur Biomasseerzeugung als Mais und andere Getreidearten gibt, ist inzwischen auch in Politik und Gesellschaft angekommen. Mehrjährige Wildpflanzenmischungen können den Artenschutz und die Biogaserzeugung vereinen. Die Landwirte, die diese „Bunte Biomasse“ anbauen, leisten einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl: Sie schützen die Biodiversität, den Boden und das Grundwasser. Aber sie verzichten auch auf einen Teil der Erträge im Vergleich zu herkömmlichen Biomassekulturen. Hier ist die Politik gefragt, Anreize für nachhaltigeres Handeln zu setzen. In Niedersachsen hat das bereits geklappt. Und auch in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern soll in den nächsten Jahren eine Förderung über die Agrarprogramme der Länder ermöglicht werden. Darüber hinaus gibt es deutschlandweit mehrere Pilotprojekte wie etwa Bunte Biomasse, die den Anbau fördern. Dennoch werden in Deutschland aktuell nach Schätzungen des Netzwerks Lebensraum Feldflur nur auf rund 1.500 ha mehrjährige Wildpflanzenkulturen angebaut.

Bunte Biomasse live vor Ort erleben

Einladung – Bunte Biomasse live vor Ort erleben

Am Donnerstag, den 22. Juli besuchen die die Präsidenten des Bauernverbandes Schleswig-Holstein Werner Schwarz und des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein Wolfgang Heins einen Standort des Projektes „Bunte Biomasse“ in Schleswig-Holstein.

Gemeinsam mit dem zuständigen Referenten Ansgar Aundrup (Deutscher Jagdverband e.V.) und dem Betriebsleiter Bruno Hamerich werden sie über das Projekt Bunte Biomasse informieren und eine Anbaufläche für mehrjährige Wildpflanzenkulturen zur Biogaserzeugung zeigen.

Seit dem Frühjahr 2019 setzen die Veolia Stiftung, der Deutsche Jagdverband und die Deutsche Wildtier Stiftung ein erfolgreiches Modell zum Schutz der Biodiversität in den Agrarlandschaften in die Praxis um: Mit dem Kooperationsprojekt „Bunte Biomasse“ soll deutschlandweit Mais durch ertragreiche, mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Biogasproduktion ergänzt werden. Dazu engagieren sich Landwirte und Biogasanlagenbetreiber, die einen kleinen Teil ihrer Maisanbaufläche durch mehrjährige Wildpflanzenkulturen ersetzen.

Die Landwirte erhalten über das Projekt „Bunte Biomasse“ und mit Hilfe regionaler Unterstützer, wie dem Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V. einen Ausgleich für Deckungsbeitragsverluste und werden kostenlos beim Anbau der Bestände und der Ernte des Aufwuchses beraten. Das Projekt wurde im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2020 ausgezeichnet.

Im Anschluss an das Gespräch besteht die Möglichkeit für Pressestatements. Dazu laden wir Sie herzlich ein:

Wann:             Donnerstag, 22. Juli 2021, 11 Uhr

Wo:                 Lindenweg 7, 23623 Böbs-Ahrensbök (Schleswig-Holstein)

Bitte melden Sie sich bis Mittwoch, 21. Juli 2021, 14 Uhr unter info@ljv-sh.de

Und noch ein Tipp für Kurzentschlossene: Am Donnerstag, dem 15.07.2021, findet eine Online-Veranstaltung zum Thema Energie aus Wildpflanzen statt. Hier geht es zur Anmeldung (einfach klicken) 

Bunte Biomasse vor Ort erleben

Bis zum 15. Juli Anbau mehrjähriger Wildpflanzen in Niedersachsen beantragen

Der Anbau mehrjähriger Wildpflanzenkulturen für die Biomasseproduktion wird ab sofort in Niedersachen gefördert – so sieht es die nun veröffentlichte Richtlinie „Mehrjähriger Wildpflanzenanbau“ vor. Landwirte, die noch in diesem Jahr „Energie aus Wildpflanzen“ umsetzen und die Förderung in Anspruch nehmen wollen, müssen dies bis zum 15. Juli beantragen. Die Richtlinie ist ein wichtiger Teil bei der Umsetzung des „Niedersächsischen Weges„, der Landwirtschaft und Naturschutz wieder enger verknüpfen soll. Ermöglicht wurde sie maßgeblich durch das Engagement der Landesjägerschaft Niedersachsen und des 3N Kompetenzzentrums, die in den vergangenen Jahren zwei Pilotprojekte zu diesem Anbausystem umgesetzt hat.

Niedersachsen gewährt nach Maßgabe der neuen Richtlinie eine Förderung des Anbaus mehrjähriger Wildpflanzen in Höhe von 500 € pro Hektar und Jahr über einen Zeitraum von drei Jahren. Ziel der Zuwendung ist die Etablierung einer ökologisch hochwertigen Ergänzung zum Anbau von konventionellen Energiepflanzen. Denn die artenreichen Saatmischungen aus Wild- und Kulturarten besitzen gegenüber herkömmlichen Biomasse(mono)kulturen wie Mais zahlreiche Vorteile: Sie fördern die Artenvielfalt und schützen auch den Boden und das Grundwasser. Die Mischungen aus mindestens 15 verschiedenen Arten (hier finden Sie die zu verwendenden Pflanzenarten) werden als Direktsaat nach frühräumendem Getreide eingebracht und müssen einmal jährlich beerntet werden. Da die für nahezu alle Standorte geeignete Mischung aus ein- und mehrjährigen Arten von Jahr zu Jahr von alleine wieder austreibt, ist nach Etablierung keine erneute Bodenbearbeitung und Einsaat nötig. Dies fördert die Bodenfauna und den Humusaufbau.

Aufgrund der geringeren Methanerträge je Hektar benötigt „Energie aus Wildpflanzen“ bis auf weiteres eine finanzielle Förderung. Die Antragsstellung in Niedersachsen erfolgt im Rahmen der Richtlinie „Mehrjähriger Wildpflanzenanbau“ über die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (hier klicken). Ab 2023 könnte die Förderung dann deutschlandweit z.B. im Rahmen der Vertragsnaturschutzmaßnahmen aus der 2. Säule angeboten werden. Das Netzwerk Lebensraum Feldflur hat dafür bereits im Frühjahr einen Vorschlag für eine Förderrichtlinie veröffentlicht.

Die nun erfolgte Förderung in Niedersachsen ist das Ergebnis von landes- und deutschlandweit mehreren Pilotprojekten, die „Energie aus Wildpflanzen“ in den vergangenen Jahren getestet und weiterentwickelt haben. Die Landesjägerschaft Niedersachen hatte u.a. ein Projekt zum Monitoring der Nährstofffixierung durch mehrjährige Wildpflanzen umgesetzt. Im Rahmen des Projektes Bunte Biomasse – Ressource für Landwirtschaft und Artenvielfalt wird der Anbau von mehrjährigen Wildpflanzen allein in Niedersachsen auf über 100 Hektar und in Zusammenarbeit mit knapp 50 landwirtschaftlichen Betrieben durch eine individuelle Beratung und eine jährliche Ausgleichszahlung umgesetzt. Durch das Projekt können damit Landwirte auch außerhalb Niedersachsens die Wildpflanzenkulturen rentabel anbauen und einen Beitrag zu einer nachhaltigen Energieerzeugung und dem Schutz der Umwelt leisten.

Wildpflanzenmischungen auf dem 14. Biogas-Innovationskongress

Am 23. und 24. Juni findet der 14. Biogas-Innovationskongress statt. Die Veranstaltung wird ausschließlich digital durchgeführt. Auf dem Kongress werden innovative Ansätze und Entwicklungen vorgestellt und diskutiert. Auch die mehrjährigen Wildpflanzenkulturen für die Biomasseproduktion werden eine Rolle spielen. Als Alternative zu herkömmlichen Biomassekulturen vereinen sie ordentliche Erträge mit zahlreichen ökologischen Vorteilen. So schützen die artenreichen Mischungen aus Wild- und Kulturpflanzen nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch Boden und Grundwasser.

Zur Eröffnung des Biogas-Innovationskongresses wird Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung das innovative Anbausystem der Bunten Biomasse vorstellen. Im Anschluss werden Johann Högemann und Josef Schröer von der Landesjägerschaft Niedersachsen und Carolin Brathe vom 3 N Kompetenzzentrum den Anbau mehrjähriger Wildpflanzen in Niedersachsen vorstellen.

Hier finden Sie weitere Informationen rund um den Kongress, sowie das Programm und die Anmeldung zur Teilnahme.

Biogas-Innovationskongress Wildpfanzen

Endlich: Politischer Rückenwind für „Energie aus Wildpflanzen“

Endlich: Politischer Rückenwind für „Energie aus Wildpflanzen“

In Deutschland wird auf rund einer Million Hektar Mais allein für die Verwertung in der Biogasanlage angebaut. Das Netzwerk Lebensraum Feldflur tritt seit vielen Jahren dafür ein, durch mehrjährige Wildpflanzenkulturen die Biomasseerzeugung enger mit den Zielen des Natur- und Artenschutzes zu verknüpfen. Doch um auf großer Fläche in der landwirtschaftlichen Praxis anzukommen, braucht es eine politische Förderung. Das fordert nun auch der CDU Bundesfachausschuss Umwelt und Landwirtschaft in seinem „Agrarprogramm 2021“: die Förderung „ökologisch wertvoller Pflanzen zur Biomasseproduktion“ etwa als Eco Scheme oder als Agrarumwelt- und Klimamaßnahme (AUKM) soll ermöglicht werden. Und Niedersachsen hat nun als erstes Bundesland beschlossen, dass die mehrjährigen Wildpflanzenkulturen für die Biomassenutzung bereits ab diesem Jahr gefördert werden sollen.

Zahlreiche Pilotprojekte widmen sich in Deutschland dem Anbau mehrjähriger, artenreicher Mischungen, deren Aufwuchs in der Biogasanlage verwertet wird. Denn die Wildpflanzenkulturen haben gegenüber herkömmlichen Biomassemonokulturen wie Mais zahlreiche ökologische Vorteile und können dabei helfen, dem Artenschwund in der Agrarlandschaft entgegen zu wirken. Aber Sie bieten nicht nur ganzjährig Lebensraum für Wildtiere und Insekten, sondern schützen den Boden auch vor Erosion, unterstützen den Humusaufbau und können große Mengen Stickstoff binden, was sie wiederum für den Gewässerschutz interessant macht. Gleichzeitig kommen die ökologisch wertvollen Kulturen aus bis zu 25 verschiedenen Wild- und Kulturpflanzen aber nicht an die Methanerträge von Mais heran. Daher werden die Landwirte in Pilotprojekten wie „Bunte Biomasse“ (www.BunteBiomasse.de) nicht nur beim Anbau beraten, sondern erhalten auch eine Ausgleichszahlung für das Erbringen von Gemeinwohlleistungen wie dem Erhalt der Artenvielfalt oder dem Boden- und Grundwasserschutz.

Mit den Vorschlägen im CDU-Agrarprogramm und der niedersächsischen Initiative zur Förderung des Anbausystems „Energie aus Wildpflanzen“ bewegt sich die Politik endlich in die richtige Richtung. Das Netzwerk Lebensraum Feldflur hatte erst vor wenigen Wochen einen konkreten Vorschlag zur Förderung der Wildpflanzen zum Beispiel als AUKM veröffentlicht. Nach Niedersachsen sollen nun nach Wunsch der Netzwerkpartner zahlreiche weitere Länder diesem Vorbild folgen.

Onlinetagung Mehrjährige Wildpflanzenkulturen Netzwerk Lebensraum Feldflur

Onlinetagung zu Wildpflanzenkulturen für die Biomasseproduktion – ein voller Erfolg

Am Mittwoch, dem 19.5.2021, veranstaltete das Netzwerk Lebensraum Feldflur eine Onlinetagung zum Thema „Mehrjährige Wildpflanzenkulturen für die Biomasseproduktion – Chancen und Herausforderungen“. Die artenreichen Wildpflanzenkulturen besitzen gegenüber herkömmlichen Biomassekulturen wie etwa Mais zahlreiche ökologische Vorteile (hier finden Sie eine Übersicht bisher erfolgter Begleituntersuchungen). Sie bieten Lebensraum und Nahrung für Insekten, Vögel und andere Wildtiere, schützen Boden und Grundwasser und erhöhen den Erholungswert einer Region. Gleichzeitig stehen sie wirtschaftlich in direkter Konkurrenz zu über jahrzehntelang optimierten Biomassekulturen wie Mais.

Dr. Moritz von Cossel, der seit vielen Jahren aus Leidenschaft zu den mehrjährigen Wildpflanzenkulturen forscht, berichtete aus seinem Erfahrungsschatz aus zehn Jahren Forschung mit Biogas-Wildpflanzenmischungen an der Universität Hohenheim. Christian Kemnade, der für die Deutsche Wildtier Stiftung das Gemeinschaftsvorhaben „Bunte Biomasse“ koordiniert, teilte in seinem Vortrag praktische Einblicke in das Pilotprojekt. Im Anschluss an die beiden Vorträge gab es zahlreiche Fragen und Anmerkungen aus dem Publikum. Mit rund 180 Teilnehmenden und einer regen Beteiligung war die Veranstaltung für die Organisatoren ein voller Erfolg.

Die beiden Vorträge der Tagung stehen hier zum Download zur Verfügung:

Präsentation von Dr. Moritz von Cossel: 10 Jahre Forschung mit Biogas Wildpflanzenmischungen

Präsentation von Christian Kemnade: Bunte Biomasse – Praktische Einblicke in das Pilotprojekt

Da die Wildpflanzenkulturen nicht an die Methanerträge herkömmlicher Biomassekulturen herankommen, benötigt das ökologisch hochwertige Anbausystem eine finanzielle Förderung, um in der landwirtschaftlichen Praxis ankommen zu können. Das Netzwerk Lebensraum Feldflur, das von der Deutschen Wildtier Stiftung und seinen Partnern koordiniert wird, hat einen Formulierungsvorschlag zur Aufnahme von mehrjährigen Wildpflanzenkulturen für die Biomasseproduktion, zum Beispiel in die Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum als Agrarumwelt- und Klimamaßnahme (AUKM), vorgelegt. Dieser Vorschlag wurde auch im Rahmen der gestrigen Veranstaltung vorgestellt. Durch seine Umsetzung könnten landwirtschaftliche Produktion und die Ziele des Arten- und Klimaschutzes auf ein und derselben Fläche effektiv verfolgt werden. Dabei sollen die Wildpflanzenkulturen nicht mit ungenutzten, mehrjährigen Blühflächen in Konkurrenz treten, deren ökologischer Nutzen naturgemäß noch größer ist. Durch den Nutzungsaspekt und die damit deutlich geringere notwendige Förderhöhe können die mehrjährigen Kulturen zur Biomasseproduktion jedoch auf deutlich größerer Fläche als vergleichbare Maßnahmen umgesetzt werden und einen Lebensraum für Wildtiere und Insekten bieten.

Bei Fragen oder Anmerkungen können Sie sich gerne per mail an C.Kemnade@DeWiSt.de wenden.

 

Energie aus Wildpflanzenkulturen

Einladung zur Onlinetagung – „Mehrjährige Wildpflanzenkulturen für die Biomasseproduktion – Chancen und Herausforderungen“

Die Verhandlungen rund um die Zukunft der Agrarpolitik laufen auf Hochtouren. Es benötigt innovative Anbausysteme, um den hohen Ansprüchen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft gerecht zu werden. Mehrjährige, artenreiche Wildpflanzenmischungen bieten die Möglichkeit, Biomasse und Biodiversität auf einer Fläche zu „produzieren“. In einer Onlinetagung wird über die Chancen und Herausforderungen diskutiert.

Mehrjährige, artenreiche Wildpflanzenkulturen besitzen gegenüber herkömmlichen Biomassekulturen zahlreiche ökologische Vorteile. Sie bieten Lebensraum und Nahrung für Insekten, Vögel und andere Wildtiere, schützen Boden und Grundwasser und erhöhen den Erholungswert einer Region. Gleichzeitig stehen sie wirtschaftlich in direkter Konkurrenz zu über jahrzehntelang optimierten Biomassekulturen wie Mais. Um das innovative Anbausystem mehrjähriger Wildpflanzenmischungen in der landwirtschaftlichen Praxis zu etablieren, ist daher seine finanzielle Förderung bis auf weiteres unerlässlich. Das Netzwerk Lebensraum Feldflur, das von der Deutschen Wildtier Stiftung und seinen Partnern koordiniert wird, hat einen Formulierungsvorschlag zur Aufnahme von mehrjährigen Wildpflanzenkulturen für die Biomasseproduktion, zum Beispiel in die Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum als Agrarumwelt- und Klimamaßnahme (AUKM), vorgelegt. Durch seine Umsetzung könnten landwirtschaftliche Produktion und die Ziele des Arten- und Klimaschutzes auf ein und derselben Fläche effektiv verfolgt werden

Am 19.5.2021 um 14.00 Uhr lädt das Netzwerk Lebensraum Feldflur zur Onlinetagung zum Thema „Mehrjährige Wildpflanzenkulturen für die Biomasseproduktion – Chancen und Herausforderungen“

Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Bitte melden Sie sich bis zum 16.5.2021 unter https://www.deutschewildtierstiftung.de/registrierung  für die Veranstaltung an. Die Teilnahme ist kostenlos.

Programm:

14.00 Uhr – Einführung – Dr. Andreas Kinser, Deutsche Wildtier Stiftung

14.15 Uhr – „Erfahrungen aus zehn Jahren Forschung mit Biogas-Wildpflanzenmischungen“
Referent: Dr. Moritz von Cossel, Universität Hohenheim

15.00 Uhr – „Bunte Biomasse – praktische Einblicke in das Pilotprojekt“
Referent: Christian Kemnade, Deutsche Wildtier Stiftung

15.40 Uhr – Zusammenfassung

Im Anschluss an die Vorträge wird es Raum für Fragen und Diskussionen geben.

Endlich: Politischer Rückenwind für „Energie aus Wildpflanzen“

Projekt Bunte Biomasse zieht Jahresbilanz

Das Projekt „Bunte Biomasse“ konnte 2020 deutschlandweit mehr als 80 Verträge über den Anbau mehrjähriger, ertragreicher Wildpflanzenmischungen für die Biomasseproduktion abschließen. Das entspricht 285 Hektar Bunte Biomasse. Seit Projektstart im Frühjahr 2019 sind es nun insgesamt bereits über 400 Hektar in neun Bundesländern. „Nach einem erfolgreichen Projektstart konnten wir in diesem Jahr weiter zulegen“, freut sich Christian Kemnade, der das Kooperationsprojekt für die Deutsche Wildtier Stiftung koordiniert. „Die Nachfrage nach dem innovativen und ökologisch wertvollen Anbausystem wächst weiterhin rasant,“ so Kemnade weiter. Ein weiterer Erfolg für das Projekt war 2020 die Auszeichnung im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt durch die Vereinten Nationen.

Bunte Biomasse ist ein gemeinsames Projekt der Veolia Stiftung, des Deutschen Jagdverbands sowie der Deutschen Wildtier Stiftung. Es ist das deutschlandweit größte Vorhaben zur Etablierung artenreicher Wildpflanzenmischungen für die Biomasseproduktion (www.BunteBiomasse.de). Die teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirte erhalten aus Projektmitteln eine Ausgleichszahlung, um den Minderertrag gegenüber herkömmlichen Biomassekulturen zu kompensieren. „Ein wesentlicher Schlüssel für den Erfolg unseres Projektes ist die einhergehende landwirtschaftliche Beratung für teilnehmende Betriebe“, sagt Ansgar Aundrup, der für den Deutschen Jagdverband das Projekt begleitet. Denn Bunte Biomasse ist mehr als die Ernte einer Blühmischung: „Damit die Kulturen aus über 25 Wild- und Kulturpflanzen hohe Biomasseerträge liefern, müssen sie wie jede andere Hauptfrucht auch mit Sorgfalt behandelt werden“, so Aundrup. Erträge von deutlich über 35 Tonnen Frischmasse pro Hektar waren dadurch auch 2020 keine Seltenheit.

Durch das Kooperationsprojekt Bunte Biomasse sollen bis 2024 mindestens 500 Hektar ökologisch wertvolle Wildpflanzenmischungen angebaut werden. Dieses Ziel ist bald erreicht. Um deutlich mehr Fläche umsetzen zu können, werden für das Projekt Akteure gesucht, die einen Teil der Ausgleichszahlungen an die Landwirte übernehmen. Bisher konnte das Projektteam bereits Kofinanzierungsmittel in Höhe von über 170.000 Euro einwerben. Kofinanzierer sind dabei neben diversen Kommunen und Förderstiftungen auch mehrere Jagdverbände und der Fachverband Biogas.

Bunte Biomasse erhält UN Dekade Auszeichnung durch Beate Jessel

UN Dekade Biologische Vielfalt – Stimme für „Bunte Biomasse“ abgeben!

Das Projekt „Bunte Biomasse – Ressource für Landwirtschaft und Artenvielfalt“ wurde im Rahmen der UN Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung, die Beate Jessel, Präsidentin des Bundsamtes für Naturschutz, dem Projektteam auf digitalem Wege überreichte, ist das Projekt in einen Kreis besonderer Vorhaben zum Schutz der biologischen Vielfalt befördert worden. Denn die artenreichen, mehrjährigen Saatmischungen aus Wild- und Kulturpflanzen zur Biomasseproduktion helfen nicht nur Insekten und Wildtieren, sondern schonen durch die mehrjährige Bodenruhe auch Boden und Grundwasser. Unter diesen Projekten soll nun im Dezember ein „Monatsprojekt“ gewählt werden. Die Wahl läuft bis zum 30.12.2020. Das so gewählte Monatsprojekt hat dann die Chance, von einer Fachjury zum „Jahresprojekt“ der UN-Dekade gewählt zu werden und neben dieser Auszeichnung ein Preisgeld von 1.000 EUR zu erhalten. Das Preisgeld würde direkt in die Umsetzung weiterer Flächen fließen, denn deutschlandweit sollen mehr als 500 ha der ökologisch wertvollen Wildpflanzenmischungen angelegt werden (weitere Informationen unter www.BunteBiomasse.de) . Daneben würde die Auszeichnung das Anbausystem auch weiter in den Fokus der Öffentlichkeit und der Politik rücken und dabei helfen, wieder mehr Vielfalt in die Feldflur zu bringen.

Machen Sie mit und stimmen Sie hier für „Bunte Biomasse“ ab:

https://www.undekade-biologischevielfalt.de/projekte/projekt-des-monats-waehlen/

P.S.: Bitte beachten Sie, dass die Bestätigungsmail zur Wahl ggf. in Ihrem Spam-Ordner landet. Die Stimme wird erst gezählt, wenn Sie in dieser Mail den Link aktivieren.

Mobilisieren Sie gerne auch Ihren Freundes, Familien- und Bekanntenkreis, sich für Bunte Biomasse einzubringen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!