Marienkäfer auf Rainfarn

Der Rainfarn – ein wahres Multitalent

Der Rainfarn (Tanacetum vulgare), im Volksmund auch Wurmkraut genannt, ist eine mehrjährige Pflanze und häufig in der Agrarlandschaft zu finden, vor allem an Ackerrändern und wenig genutzten Bereichen  (Ödländer, Ruderalstandorte). Gelb blühend kann man die Wildpflanze vor allem zwischen Juli und September bestaunen. Dabei kommt dem Wurmkraut ökologisch eine große Bedeutung zu: Rainfarn bietet rund 80 verschiedenen Insektenarten einen Lebensraum. 24 von diesen Arten sind auf ihn spezialisiert. Eine reiche Insektenfauna findet hier Nahrung und Entwicklungsorte zur Fortpflanzung.

In mehrjährigen Wildpflanzenbeständen für die Biomasseproduktion spielt der Rainfarn ebenfalls eine tragende Rolle. Denn der Rainfarn, der Wuchshöhen von bis zu 1,60 m erreichen kann, ist einer der Hauptertragsbildner in den artenreichen Saatmischungen aus Wild- und Kulturpflanzen.

Welche weiteren besonderen Eigenschaften das Wurmkraut besitzt und woher der eigentümliche Name stammt erfahren Sie hier, in der neuen Rubrik „Pflanzensteckbriefe“.

Und hier geht es zum Bericht der Naturforschenden Gesellschaft Oberlausitz: „Insekten an Rainfarn (Tanacetum vulgare L.) als Beispiel für die Bedeutung von Wildkräutern in der Agrarlandschaft für die Entomofauna“

Bunte Biomasse erhält UN Dekade Auszeichnung durch Beate Jessel

UN Dekade Biologische Vielfalt – Stimme für „Bunte Biomasse“ abgeben!

Das Projekt „Bunte Biomasse – Ressource für Landwirtschaft und Artenvielfalt“ wurde im Rahmen der UN Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung, die Beate Jessel, Präsidentin des Bundsamtes für Naturschutz, dem Projektteam auf digitalem Wege überreichte, ist das Projekt in einen Kreis besonderer Vorhaben zum Schutz der biologischen Vielfalt befördert worden. Denn die artenreichen, mehrjährigen Saatmischungen aus Wild- und Kulturpflanzen zur Biomasseproduktion helfen nicht nur Insekten und Wildtieren, sondern schonen durch die mehrjährige Bodenruhe auch Boden und Grundwasser. Unter diesen Projekten soll nun im Dezember ein „Monatsprojekt“ gewählt werden. Die Wahl läuft bis zum 30.12.2020. Das so gewählte Monatsprojekt hat dann die Chance, von einer Fachjury zum „Jahresprojekt“ der UN-Dekade gewählt zu werden und neben dieser Auszeichnung ein Preisgeld von 1.000 EUR zu erhalten. Das Preisgeld würde direkt in die Umsetzung weiterer Flächen fließen, denn deutschlandweit sollen mehr als 500 ha der ökologisch wertvollen Wildpflanzenmischungen angelegt werden (weitere Informationen unter www.BunteBiomasse.de) . Daneben würde die Auszeichnung das Anbausystem auch weiter in den Fokus der Öffentlichkeit und der Politik rücken und dabei helfen, wieder mehr Vielfalt in die Feldflur zu bringen.

Machen Sie mit und stimmen Sie hier für „Bunte Biomasse“ ab:

https://www.undekade-biologischevielfalt.de/projekte/projekt-des-monats-waehlen/

P.S.: Bitte beachten Sie, dass die Bestätigungsmail zur Wahl ggf. in Ihrem Spam-Ordner landet. Die Stimme wird erst gezählt, wenn Sie in dieser Mail den Link aktivieren.

Mobilisieren Sie gerne auch Ihren Freundes, Familien- und Bekanntenkreis, sich für Bunte Biomasse einzubringen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Biogas kann Artenschutz

Wildpflanzen und Biogas – Netzwerk Lebensraum Feldflur fordert Förderung im EEG

Im Zuge der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) fordert das Netzwerk Lebensraum Feldflur, den Anbau von Wildpflanzen zu fördern. Diese sind ökologisch wertvoll und können in Biogasanlagen eingesetzt werden. Das Netzwerk schlägt zwei praxisnahe Methoden vor.

(Hamburg/ Freising, 4. Dezember 2020) Biogas ist unter den Erneuerbaren Energien ein Multitalent. Immer wenn wir Energie brauchen, kann Biogas liefern – bei Tag und Nacht, bei Wind und Flaute. Doch Biogas kann im Gegensatz zu anderen Erneuerbaren Energien noch viel mehr: Der Anbau mehrjähriger, ertragreicher Wildpflanzenmischungen, aus deren Substrat Biogas gewonnen wird, ist ein echter Beitrag für den Artenschutz in unseren Feldfluren. „Die anstehende Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sollte dringend einen Anreiz zum gezielten Anbau ökologisch wertvoller Substrate wie mehrjähriger Wildpflanzenmischungen setzen“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung, die das Netzwerk Lebensraum Feldflur gemeinsam mit weiteren Partnern koordiniert. „Die Energiepolitik Deutschlands könnte im wahrsten Sinne des Wortes zu blühenden Landschaften führen“, so Kinser weiter.

Da ökologisch wertvolle Substrate geringere Biomasseerträge und Biogasmengen als zum Beispiel Mais bereitstellen, werden sie bisher kaum angebaut. Das Ziel der EEG-Novelle sollte es daher sein, sowohl für bestehende als auch für neue Biogasanlagen die Nutzung des Substrats von z.B. mehrjährigen Wildpflanzenmischungen attraktiv zu machen. Im aktuellen Novellierungsverfahren forderte unter anderem der Bundesrat, die Ausschreibungs-Höchstwerte bei dem Einsatz ökologisch wertvoller Substrate zu erhöhen. Bei einem Preiskampf in der Ausschreibung wäre dies allerdings kein großer Anreiz. „Eine andere Variante wäre ein Zuschlag auf den gebotenen Höchstwert, wenn ein Mindestanteil an ökologisch wertvollen Substraten genutzt wird“, sagt Dr. Stefan Rauh vom Fachverband Biogas, der ebenfalls Partner im Netzwerk Lebensraum Feldflur ist. Ein ähnliches Modell hat es mit der Einsatzstoffvergütungsklasse II in der BiomasseVerordnung zum EEG 2012 bereits einmal gegeben. So könnte zum Beispiel Strom aus flexiblen Biogasanlagen höher vergütet werden, wenn mindestens 10 % ökologisch wertvolle Substrate für seine Produktion eingesetzt werden. Eine andere Option wäre eine Sondervergütungsklasse für Anlagen bis 150 kW Bemessungsleistung, die ausschließlich ökologisch wertvolle Substrate einsetzen.

Die Pressemitteilung „Biogas kann Artenschutz“ finden Sie hier im PDF Format

Hier wachsen Wildpflanzen für die Biomasseporduktion

Hier wachsen Wildpflanzen für die Biogasproduktion – neue Übersichtskarte

Mehrjährige und ertragreiche Wildpflanzenmischungen sind ein innovatives Anbaumodell, dass die Biogasproduktion enger mit dem Natur- und Artenschutz verknüpfen kann. Die artenreichen Mischungen aus Wild- und Kulturpflanzen produzieren nicht nur ordenltich Biomasse, sondern bringen mehr Vielfalt in die Fläche und schützen durch Ihre mehrjährige Standzeit auch Boden und Grundwasser. Daneben erfreuen die lang blühenden Saatmischungen auch das menschliche Auge und werten das Landschaftsbild auf.

Auf der Homepage des Netzwerks Lebensraum Feldlfur ist nun eine aktuelle Übersichtskarte mit bekannten Wildpflanzenflächen veröffentlicht worden, die in Deutschland für die Biomasseproduktion angebaut werden (einfach hier klicken und etwas herunter scrollen). In den verschiedenen Farben sind die unterschiedlichen Projekte markiert, die zur Zeit den Anbau mehrjähriger, artenreicher Wildpflanzenmischungen voranbringen. Insgesamt kommen so rund 500 Hektar zusammen, auf denen eine ökologisch wertvolle Biomasseproduktion stattfindet. Das deutschlandwiet größte Projekt ist dabei „Bunte Biomasse„. Zu diesen Flächen kommen natürlich noch viele weitere Standorte, die von engagierten Landwirtinnnen und Landwirten projektunabhängig angelegt wurden. Nach Schätzungen des Netzwerks Lebensraum Feldflur werden in Deutschland aktuell auf über 2.000 Hektar mehrjährige Wildpflanzenmischungen angebaut. Um auf größerer Fläche Fuß zu fassen, müsste die Politik dieses förderwürdige Anbausystem in die Agrarpolitik integrieren, beispielsweise als Agrarumwelt und Klimamaßnahme oder künftige Öko-Regelung (Eco Schemes). Vorschläge des Netzwerks dazu finden Sie hier.

Wenn Sie eine Fläche besuchen möchten oder Fragen haben, nehmen Sie gerne Kontakt auf – unter C.Kemnade@DeWiSt.de oder direkt über die Verlinkung innerhalb der Karte zu den verantwortlichen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern. Falls Sie Kontakt zu weiteren „Wildpflanzen-Projekten“ haben oder Ihre eigenen Flächen auf der Karte zeigen möchten, nehmen Sie ebenfalls gerne Kontakt auf.