Lokale Initiative im Kreis Warendorf

Auf mehr als 20 Hektar wurden um Oelde und Beckum im Kreis Warendorf (Nordrhein-Westfalen) mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Energiegewinnung ausgesät. Am 30.07.2014 trafen sich die Akteure der regionalen Initiative und weitere Interessierte, um der ersten Ernte der Flächen beizuwohnen.

Die AGRAVIS AG begleitete den Termin mit einer Kamera. Den vollständigen Clip mit Interviews, u.a. von Herrn Kuhn (Netzwerk Lebensraum Feldflur),  können Sie sich hier ansehen.

Weitere Informationen zu dem Termin und eine Presseinformation der AGRAVIS AG können Sie sich hier herunterladen.

Markus Degener ist Initiator dieser regionalen Initiative,  in der sich neben Landwirten und Biogasanlagenbetreibern, der Wernigeroder Jagdkorporationen Senioren-Convent (WJSC), die örtlichen Imker, die Energieargentur NRW, der Kreisverband Warendorf des Westflälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) sowohl die CLAAS  Erntemaschinen und die TerraVis, die Biogas-Einheit der AGRAVIS AG, als auch der Kreis Warendorf, das Netzwerk Lebensraum Feldflur und der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer Westfalen Lippe (VJE) engagieren.

 

 

Experten suchen Wege zur Förderung von Biogas aus Wildpflanzen

Experten und Mandatsträger von Landratsamt und Landwirtschaftsamt Ravensburg, vom Landwirtschaftszentrum (LAZBW) Aulendorf , der Uni Hohenheim, von ProRegio, vom Bauernverband, Biogas-Fachverband, BUND und verschiedenen Kommunen trafen sich zur Fachtagung „Energie aus Wildpflanzen“ im Kißlegger Neuen Schloss.

Werner Kuhn, seit über 10 Jahren Ideengeber und Entwickler des Systems, zeigte in einem hochinteressanten Vortrag, warum gerade Biogas die besondere Chance birgt, mit intelligenten Mischkulturen die Biodiversität und Artenvielfalt zu steigern. Der für das Netzwerk Lebensraum Feldflur deutschlandweit beratende Experte stellte aber auch fest, dass diese ökologische Aufwertung nicht zum Nulltarif möglich ist. Die für Mensch und Tier so positive Flächenbewirtschaftung kann die Methangas-Leistung der Monokultur Mais nur zu ca. 60% erreichen. Es müssten also Wege gefunden werden, wie dem Landwirt sein „Produkt Artenvielfalt“ vergütet werden kann.

Michael Fick, Vertreter der Arbeitsgemeinschaft (AG) Wildpflanzen-Biogas Kißlegg, betonte, dass es der AG von Anfang an wichtig gewesen sei, zu zeigen, dass man die Veränderungen gemeinsam anpacken will und die Anstrengungen der Landwirte von vielen anderen Landnutzern unterstützt werden. Er konnte den angereisten Experten darlegen, dass in vielen Gemeinden Landwirte durch den Anbau der Wildpflanzenmischung gezeigt haben, dass sie bereit sind, neue Wege zu gehen. Die zahlreichen finanziellen Unterstützer aus der Bevölkerung und der regionalen Wirtschaft unterstreichen die Ernsthaftigkeit des Wunsches nach blühenden Landschaften.

In der anschließenden Diskussion unter den Fachleuten war man sich schnell einig, dass „Biogas aus Wildpflanzen“ einen wertvollen Beitrag zur Bereicherung von Flora, Fauna und Landschaftsbild leistet. Damit das Weiterleben dieser Idee nicht nur vom Idealismus abhängig sei, müssten jetzt Wege gefunden werden, um die Rahmenbedingungen einfacher und attraktiver zu gestalten. Die Verbreitung der Anbaualternative über Ämter und wissenschaftliche Einrichtungen sei dabei genauso wichtig, wie eine Inwertsetzung der ökologischen Aufwertung durch den Wildpflanzen-anbau.

MdB Westermeyer sieht im Wildpflanzenanbau eine Möglichkeit der produktionsintegrierten Kompensation, die den Flächenengpass in der Landwirtschaft durch Flächenstilllegung für ökologische Ausgleichsmaßnahmen entschärfen kann.

Auch Herr Siegel, Leiter des Landwirtschaftsamtes Ravensburg, erkennt in der ökologischen Kompensation eine Chance, die biologischere Biomasseproduktion durch Wildpflanzen für die Landwirte in Wert zu setzen.

Herr Schweizer, Leiter des LAZBW in Aulendorf, erwartet, dass Umsetzungsprobleme durch rotierende Flächenbelegung und langfristige Bindung lösungsorientiert angegangen und alle Möglichkeiten genutzt werden.

Herr Sieger, Leiter des Dezernats 4 beim Landratsamt Ravensburg, regte an, an einem konkreten Modellprojekt die Ökopunktefähigkeit der mehrjährigen Wildpflanzen zu prüfen.

Herr Krattenmacher, Bürgermeister in Kißlegg, bot sich gleich an, dieses Projekt zu unterstützen. Er werde sich auch im Kreistag für die Ökopunktefähigkeit der Wildblumenäcker einsetzen, damit Naturschutz und landwirtschaftliche Nutzung miteinander einhergehen

Nach dieser von allen Anwesenden konstruktiv und offen geführten Diskussion führten Gebhard Pfender und Markus Frick die Teilnehmer auf verschiedene Wildpflanzenflächen in der Kißlegger Umgebung. Spätestens hier wurde allen klar, was Herr Kuhn am Morgen meinte, als er die Wildpflanzenflächen nicht nur als Biotope sondern auch als „Psychotope“ bezeichnete: hier sieht man die Farben, riecht die Blüten, hört die Insekten, fühlt viele unterschiedliche Pflanzen und schmecken kann man die meisten Blumen auch noch.

Es wäre doch schade, wenn diese Idee wieder aus dem Landkreis verschwindet!

Quelle: AG Wildpflanzen-Biogas Kißlegg

Weitere Informationen zur Möglichkeit der Förderung von Wildpflanzen und das Postitionspapier des Netzwerkes Lebensrau Feldflur finden Sie hier.

Neues Positionspapier zur GAK und AUKMs

Durch die Initiativen des Netzwerkes Lebensraum Feldflur zur Platzierung von mehrjährigen nutzbaren Wildpflanzenmischungen in den Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) der Länder hat sich gezeigt, dass die größte Hürde zur Aufnahme solcher Maßnahmen in den Katalog der AUKMs die fehlende Möglichkeit der Ko-Finanzierung durch die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) ist.

Der Aufwuchs mehrjähriger Blühflächen darf auch nach dem Entwurf zum GAK-Rahmenplan 2014 nicht genutzt werden. Eine Fördermaßnahme für mehrjährig nutzbare Wildpflanzen ist daher in den EPLRs der Länder nicht vorgesehen, weil der Ansatz für die meisten Länder nicht finanzierbar ist. Aus diesem Grund wurde das Positionspapier des Netzwerkes Lebensraum Feldflur zu den AUKMs aus dem Frühjahr dieses Jahres überarbeitet und ein neuer Schwerpunkt zur GAK hinzugefügt.

Weitere Informationen zu diesem Thema und das überarbeitete Positionspapier zum Download finden Sie hier.

Brandenburgs Landwirtschaftsminister Vogelsänger besucht Wildpflanzenflächen

Der brandenburgische Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger besuchte heute Wildpflanzenflächen der Firma Saaten Zeller in Phöben/ Werder. Er folgte damit einer gemeinsamen Einladung des Landesjagdverbandes Brandenburg und dem bundesweit agierenden Netzwerk Lebensraum Feldflur. Das Netzwerk setzt sich dafür ein, dass ertragreiche Wildpflanzen als eine ökologische Alternative zum Mais als pflanzliche Energieträger angebaut werden.

„Mehrjährige Mischungen aus Kultur- und Wildpflanzen haben vielfältige ökologische Vorteile.“ betont Dr. Wolfgang Bethe, Präsident des LJV Brandenburg. „Sie bieten im Sommer und Winter sowohl Nahrung als auch Deckung und ihre Ernte liegt außerhalb der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeiten der meisten Wildtiere“, so Bethe weiter. Außerdem verbessern die längeren Blühzeiten und großen Blühflächen das Nahrungsangebot für Insekten. Im Vergleich zu den großen Maisflächen werten die Blühmischungen das Landschaftsbild auf und steigern den Erholungswert einer Region.

Die Firma Saaten Zeller beschäftigt sich bereits in der fünften Generation mit der Zucht speziellen Saatgutes wie zum Beispiel Wildpflanzen. „Unsere Mischung Biogas1 umfasst 25 ertragreiche heimische Pflanzenarten, darunter befinden sich neben Wegwarte und Steinklee auch die schwarze Flockenblume, der Reinfarn, Beifuß, Malven und die Wilde Möhre.“ erläutert Firmeninhaber Joachim Zeller. Sowohl Aussaat als auch Ernte der blütenreichen Mischungen aus Wildpflanzen und Kulturarten können mit der normalen Technik vorgenommen werden. „Um ertragreiche Wildpflanzenbestände zu erzielen, müssen die Flächen aber mindestens so sorgfältig wie für Getreide und andere Kulturpflanzen vorbereitet werden“ bemerkt Zeller.

Trotz stetiger Weiterentwicklung können Wildpflanzenmischungen aus ökonomischer Sicht heute noch nicht mit konventionellen Energiepflanzen wie Mais konkurrieren. Das Netzwerk Lebensraum Feldflur fordert daher die Länder auf, den Landwirten den naturschutzfachlichen Mehrwert zu honorieren. „Damit die Länder eine Maßnahme zum Anbau von Wildpflanzen zur Energiegewinnung finanzieren können, muss der Bund die Nutzung des Aufwuchses dieser Blühflächen jedoch zunächst im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) zulassen.“ sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung, die ebenfalls Partner im Netzwerk Lebensraum Feldflur ist. „Erst dann können mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Energiegewinnung als Agrarumwelt- und Klimamaßnahme angeboten werden.“ betont Kinser.

Das vollständige Positionspapier mit Vorschlägen des Netzwerkes Lebensraum Feldflur für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen im Rahmen der GAP nach 2014 finden Sie hier.

 

 

Der niedersächsische Landwirtschaftsminister besucht Wildpflanzenfläche

Auf gemeinsame Einladung des Netzwerkes Lebensraum Feldflur und der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V., besucht der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer am 4. Juli 2014 in Lingen eine Praxisfläche auf der Wildpflanzenmischungen zur Biogasgewinnung angebaut werden.

Neben 23 bundesweiten Akteuren ist auch die Landesjägerschaft Niedersachsen ein Partner im Netzwerk Lebensraum Feldflur. Sie initiierte 2013 ein niedersächsisches Projekt, bei dem der Anbau von Wildpflanzenmischungen zur Energiegewinnung auch wildbiologisch, vegetationskundlich und hinsichtlich der Methanausbeute wissenschaftlich untersucht wird. Diese Ergebnisse fließen in das bundesweite Projekt des Netzwerkes ein.

Aus Sicht von Landwirtschaftsminister Christian Meyer liegen in dem Forschungsprojekt, das zu rund 70 Prozent vom Land und zu etwa 30 Prozent von der Landesjägerschaft finanziert wird, große Chancen für mehr Natur- und Umweltschutz und den unbedingt notwendigen Erhalt der Artenvielfalt. „Die Forschung zur Verwendung von Wildpflanzenmischungen ist ein tolles Projekt und passt exzellent in unser Nachhaltigkeitskonzept. Nach meiner Ansicht hat die Nutzung von Wildpflanzen für Biogasanlagen viele Vorteile und sorgt für mehr Akzeptanz und positive Ökobilanzen bei der Bioenergiegewinnung. Wir haben uns deshalb für die Anerkennung von Wildpflanzen nicht nur zur Nutzung in Biogasanlagen, sondern auch als Greening-Maßnahme eingesetzt. Mit unserem erfolgreichen Blühstreifenprogramm senden wir ein weiteres starkes Signal für den Erhalt der Artenvielfalt“, sagte der Minister. „Die Erhöhung der Förderung von den für die Bienen und das Wild wichtigen Blühstreifen von 540 auf bis zu 975 Euro pro Hektar wird sehr gut von unseren Landwirten angenommen.“

Das Netzwerk Lebensraum Feldflur nimmt den Besuch von Minister Meyer zum Anlass noch einmal darauf hinzuweisen, Wildpflanzenmischungen zur Biogasgewinnung bei der Gestaltung der Förderprogramme für die Förderperiode 2014-2020 zu berücksichtigen und die Nutzung des Aufwuchses von Blühflächen zu gestatten. Zu den Vorschlägen des Netzwerkes für die Gestaltung von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen gelangen Sie hier.

Weitere Inforamtionen zu diesem Termin finden Sie auf der Homepage der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.

Feldtag im Landkreis Straubing-Bogen

Die Firma Saaten Zeller, Partner im Netzwerk Lebensraum Feldflur, lud am 25.06.2014 zu einem Feldtag nach Aiterhofen (Landkreis Straubing-Bogen) ein. Themenschwerpunkt des Feldtages waren neben der regionalen Saatgutproduktion auch der Anbau von Wildpflanzen zur Biogasgewinnung.

Neben W. Kuhn, der bei dieser Veranstaltung die Vorteile der Wildpflanzenmischungen zur Biogasgewinnung noch einmal verdeutlicht, berichtete A.Griesbauer, auf dessen Hof der Feldtag stattfand, von seinen Erfahrungen mit dem Anbau der Wildpflanzenmischungen.

Mehr zum Feldtag in Aiterhofen erfahren Sie hier.

Netzwerk Lebensraum Feldflur auf den DLG-Feldtagen 2014

Vom 17. – 19. Juni 2014 finden im Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrum in Bernburg-Strenzfeld die DLG-Feldtage statt. Rund 300 Aussteller präsentieren auf über 45 ha, im Versuchsfeld, auf dem Campus und bei Maschinenvorführungen, die Neuheiten und Trends der Pflanzenproduktion.

Besuchen Sie das Netzwerk Lebensraum Feldflur als Mitaussteller des Fachverbandes Biogas e.V. auf dem Stand VD 31b. Neben Anschauungsflächen, auf denen Sie die Wildpflanzenmischung Biogas 1 in verschiedenen Standjahren sehen, bekommen Sie an unserem Stand umfangreiches Informationsmaterial zum Projekt “Energie aus Wildpflanzen” und können sich mit unseren Experten austauschen.

Eine Übersicht über den Stand des Fachverbandes Biogas e.V. und Informationen über die Aussteller erhalten Sie hier:
DLG Feldtage Flyer

Weitere Termine, Veranstaltungen und Vorträge finden Sie hier

Öffentliche Anhörung zum Gesetzesentwurf der Reform des EEG

Am 19. Mai 2014 fand im Ausschuss für Landwirtschaft und Ernährung des Deutschen Bundestages eine öffentliche Anhörung zum Gesetzesentwurf der Reform des Erneurbaren Energien Gesetzes (EEG) und zur Änderunge weiterer Bestimmungen des Energiewirtschaftsrechts statt.

Mit dem Fachverband Biogas e.V. und Herrn Dr. Brauckmann von der Forschungstelle für Nachhaltige Biogaserzeugung der Universität Osnabrück, waren gleich zwei Partner des Netzwerkes Lebensraum Feldflur als Sachverständige geladen.

Die Antwort von Herrn Dr. Brauckmann auf die Frage nach den praktischen Erfahrungen mit alternativen Energiepflanzen und zum ökologischen Mehrwert von Dauerkulturen im Vergleich zum Mais, können Sie ab Minute 50 des folgenden Links ansehen.

Mitschnitt der öffentlichen Anhörung zu Gesetzesenwurf der Reform des EEG (ab Minute 50)

Praxisratgeber „Energie aus Wildpflanzen“

Durch die warme Witterung ist die Frühjahrsbestellung der Felder in diesem Jahr bereits weit vorangeschritten. Als eine der letzten Feldfrüchte wird gegen Ende April Mais als Viehfutter oder zur Verwendung in einer Biogasanlage gesät. Landwirte, die neben dem Klimaschutz auch die Artenvielfalt fördern wollen, können sich bei der Wahl der Energiepflanzen noch umentscheiden. „Mit Beginn der Maissaat ist auch der optimale Zeitpunkt für die Aussaat von Wildpflanzen zur Biogasgewinnung gekommen“, sagt Kristin Drenckhahn, Koordinatorin des Netzwerkes Lebensraum Feldflur. „Ertragreiche, mehrjährige Mischungen aus heimischen Wildpflanzen und Kulturarten tragen zum Klimaschutz bei und bieten ganz nebenbei Rebhuhn, Wildbiene und Co. einen wertvollen Lebensraum“, so Drenckhahn weiter.

Wer die blütenreichen Mischungen aus Wildpflanzen und Kulturarten jetzt oder zu einem späteren Saattermin anbauen möchte, braucht keine besondere Technik. „Wichtig ist, dass die Flächen so sorgfältig wie für Getreide und andere Kulturpflanzen vorbereitet werden“, erläutert Drenckhahn. „Und da in den Mischungen viele sogenannte Lichtkeimer enthalten sind, darf das äußerst feinkörnige Saatgut nur auf die Oberfläche gesät und dann angewalzt werden.“ Damit bei der Aussaat des kostbaren Wildpflanzensaatgutes nichts dem Zufall überlassen bleibt, hat das Netzwerk Lebensraum Feldflur zusammen mit Landwirten einen Praxisratgeber für den Anbau von Wildpflanzen zur Biomasseproduktion entwickelt. Die Broschüre erläutert unter anderem Anbau, Pflege und Ernte der Wildpflanzenmischungen und gibt Informationen zum Bezug von Saatgut.

Die Publikation kann per Mail an info@DeutscheWildtierStiftung.de oder Tel. 040 9707869-0 kostenlos bestellt werden.

Forschungsprojekt zu Wildpflanzen in Niedersachsen

In Niedersachsen wurde im Jahr 2012 auf 215.000 Hektar Mais für die Energiegewinnung in Biogasanlangen angebaut, das entspricht etwa 10,8 Prozent der Ackerfläche des Landes. Regional führt dies zu einer Verengung der Fruchtfolge und damit massiven Nachteilen für die Artenvielfalt im ländlichen Raum. Verlierer der verengten Fruchtfolge bis hin zu Monokulturisierung sind stets die wildlebende Tierarten, die auf eine abwechslungsreiche Landschaft angewiesen sind: Rebhuhn, Feldlerche, Hase oder Kiebitz sind genauso betroffen wie Bienen, Schmetterlinge, Käfer und andere blütensuchende Insekten. Hier wollen die LJN und Ihre Partner dagegenhalten. Im Rahmen des jetzt gestarteten dreijährigen Forschungsprojektes ‚Energie aus Wildpflanzen‘ werden in unterschiedlichen Regionen Niedersachsens jeweils vier bis fünf Praxisflächen mit standortangepassten Wildpflanzenmischungen bestellt. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes fließen ein in das bundesweite „Netzwerk Lebensraum Feldflur“, an dem sich die Landesjägerschaft ebenfalls beteiligt und dessen Zielstellung es ist, die Biogaserzeugung aus Biomasse enger mit den Zielen des Arten-, Natur- und Umweltschutzes zu verknüpfen.

Durch das nun begonnene Forschungsvorhaben soll zum einen der ökonomische Mehrwert bei Vegetationsende im Hinblick auf die Energiegewinnung als Alternative zu Maispflanzen, zum anderen der ökologische Mehrwert für Säugetiere und Vögel ermittelt werden. Projektpartner des landesweit angelegten Forschungsprojektes ist das 3N Kompetenzzentrum ‚Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende‘ Rohstoffe e.V., das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und die Praxisflächen einbringenden Landwirte. Am Ende des dreijährigen Forschungsvorhabens werden die Ergebnisse der Untersuchung in einem Endbericht zusammengefasst und veröffentlicht.


Das Forschungsprojekt “Energie aus Wildpflanzen“ wird zu 55 Prozent mit Mitteln des Landes Niedersachsen finanziert, die verbleibenden 45 Prozent bestreitet die Landesjägerschaft aus eigenen Mitteln. Die wissenschaftliche Begleitforschung erfolgt durch externe Institute.

Mehr zu dem Projekt in Niedersachsen erfahren Sie hier.