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Archiv für die Kategorie: Allgemein

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Vorgestellt: Blühende Biomasse als ertragreiche Alternative

28. März 2017/in Allgemein/von Andreas Kinser

(Nordwest Zeitung vom 28.03.2017) Dötlingens Hegeringsleiter Gunnar Boyens hebt die Bedeutung von Wildpflanzen als ergiebige Alternative zum Mais hervor.

Neben Ehrungen langjähriger Mitglieder des Dötlinger Hegerings spielte insbesondere das Thema Energie aus Wildpflanzen als Alternative zum Maisanbau eine große Rolle auf der Versammlung des Hegerings. „Energie aus Wildpflanzen sei gut für die Natur, gut für die Tierwelt und gut für die Landschaft.“ Mit diesen treffenden Worten fasst der Hegeringsleiter Bilanz über die im vergangenen Jahr erfolgreich angewendeten Naturschutzmaßnahmen.

In diesem Zusammenhang stellt er die bedeutende Arbeit des Netzwerks Lebensraum Feldflur vor und erklärt, dass mit dem Vorhaben „Energie aus Wildpflanzen“  ein wichtiger Synergieeffekt zwischen dem Bedarf an Biogas und dem Arten- und Landschaftsschutz erzeugt wird. Insbesondere dem Insektensterben können die wichtigen Blühmischungen entgegenwirken. Hiervon profitieren zum Beispiel Fasanenküken, die in den ersten drei Lebenswochen tierisches Eiweiß benötigen. Sie leiden sehr stark unter dem viel zu geringem Insektenvorkommen, verdeutlicht Boyens.

Den vollständigen Artikel der NWZ finden Sie hier.

Das Netzwerk Lebensraum Feldflur setzt sich dafür ein, ertragreiche Wildpflanzenmischungen als Alternative zum Mais in die landwirtschaftliche Praxis einzubinden. Wildpflanzenmischungen bieten im Sommer wie im Winter Nahrung und Deckung für Wildtiere und längere Blühzeiten und große Blühflächen verbessern das Nahrungsangebot für Insekten. Gleichzeitig liegen ertragreiche Wildpflanzenmischungen nur knapp unter dem Ertrag vom Mais und sind in der Lage hohe Stickstoffmengen aus dem Boden zu binden.

Mehr zum Thema „Biomasse aus Wildpflanzen – Anbautechnik und Ertragspotential“ erfahren Sie auf unserer kostenlosen Praktikertagung am 9. Mai 2017!

 

 

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/08/Projekt-LJN.jpg 843 1280 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2017-03-28 16:10:252017-03-28 16:24:16Vorgestellt: Blühende Biomasse als ertragreiche Alternative
Biogas kann Artenschutz

Praktikertagung: „Biomasse aus Wildpflanzen“

10. März 2017/in Allgemein/von Andreas Kinser

Das Netzwerk Lebensraum Feldflur veranstaltet am 09. Mai 2017 eine Praktikertagung zum Thema „Biomasse aus Wildpflanzen“ in Paderborn/ Delbrück. Der Fokus der Veranstaltung liegt auf dem Austausch von Erfahrungen mit Blick auf Anbau, Pflege und Wirtschaftlichkeit ertragreicher Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion.

Das Tagungsprogramm und ein Anmeldeformular für die kostenlose Tagung finden Sie hier.

Den Flyer zur Tagung „Biomasse aus Wildpflanzen“ können SIe sich hier herunterladen und ausdrucken.

Hintergund

Angesichts stark verengter Fruchtfolgen im Ackerbau, dem erhöhten Pestizid- und Düngemitteleinsatz sowie dem Rückgang der Artenvielfalt in den Offenlandschaften steht die Suche nach Alternativen auf den landwirtschaftlichen Flächen derzeit im Fokus des öffentlichen Interesses. Eine dieser Alternativen ist der Anbau mehrjähriger Wildpflanzenmischungen für die Biomasseproduktion. Neben den ökologischen Effekten für die Artenvielfalt gewinnen auch die ökonomischen Vorteile der Anbausysteme mit ertragreichen Wildpflanzenmischungen immer mehr an Bedeutung. Mehrjährige Anbausysteme aus Wildpflanzenmischungen verursachen geringe Investitions- und Pflegekosten und sind in der Lage hohe Stickstoffmengen aus dem Boden zu binden. Die Praktikertagung Thema „Biomasse aus Wildpflanzen“ dient dazu

  • bewährte Methoden zu Anbau, Pflege und Ernte darzustellen,
  • eine aktuelle Bilanz zum Ertragsniveau und der Wirtschaftlichkeit dieses Anbauverfahrens zu ziehen und
  • Möglichkeiten und Hürden bei der Förderung des Anbausystems zu benennen.

 

 

 

 

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2017/01/Beitragsbild_Titel_PRG.jpg 969 1472 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2017-03-10 14:26:212017-03-24 13:39:13Praktikertagung: „Biomasse aus Wildpflanzen“

Ernüchternde Bilanz für alternative Energiepflanzen

13. Februar 2017/in Allgemein/von Andreas Kinser

(Miltenberg / Berlin 13. 02.2017) Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Raps bleibt in Deutschland stabil – darauf hat die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) vor wenigen Tagen hingewiesen. Alles andere als stabil ist jedoch die Artenvielfalt in den agrarisch geprägten Lebensräumen, in denen nachwachsende Rohstoffe wachsen. Um den Klimaschutz enger mit den Zielen des Natur- und Artenschutzes zu verzahnen, könnten zukünftig ertragreiche Wildpflanzenmischungen als alternative Energiepflanzen angebaut werden. „2016 betrug die Anbaufläche ertragreicher Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion deutschlandweit über 1.000 Hektar“, sagt Stefan Zeller vom Saatgutproduzenten Saaten Zeller. Die an der verkauften Saatgutmenge gemessene Anbaufläche liegt damit vor der der durchwachsenen Silphie, die als blühende Alternative zum Mais auf 800 Hektar angebaut wird. Allerdings: Zusammen kommen die beiden ökologischen Alternativen auf nicht einmal 0,2 % der Anbaufläche des Mais.

Energiepflanzen für Biogasanlagen beanspruchten 2016 laut FNR mit knapp 1,5 Mio. Hektar die größte Fläche beim Anbau nachwachsender Rohstoffe. Auf etwa zwei Drittel dieser Fläche wuchs Mais. Durch die vorgeschriebene Mais-Deckelung in Biogasanlagen tauchen auch Gräser oder klassische Marktfrüchte wie Getreide und Rüben in der Statistik der nachwachsenden Rohstoffe auf. Für die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft leisten diese intensiven Ackerbaukulturen aber keinen entscheidenden Beitrag. Mehrjährige Wildpflanzenmischungen bieten dagegen das ganze Jahr Nahrung und Deckung für Niederwild, Feldvögel und Insekten. Gleichzeitig sind sie in der Lage, hohe Stickstoffmengen aus dem Boden zu nutzen – ein Aspekt der vor dem Hintergrund der unverminderten Nitratbelastung des Grundwassers an vielen Stellen von Bedeutung ist.

Damit Wildpflanzenmischungen zukünftig einen vorderen Platz in der Statistik der nachwachsenden Rohstoffe erreichen, fordert das Netzwerk Lebensraum Feldflur, dass die Nutzung des Aufwuchses mehrjähriger Blühflächen als Agrarumweltmaßnahme in die einzelnen Bundesländer eingebunden wird. „Derzeit liegt der Ertrag von Wildpflanzenmischungen zur Energieerzeugung unter dem Ertrag von Mais. Diese Differenz muss dem Landwirt finanziell ausgeglichen werden“, sagt Andreas Leppmann, Geschäftsführer des Deutschen Jagdverbandes und Mitglied im Netzwerk Lebensraum Feldflur. „Als Voraussetzung für Agrarumweltmaßnahmen muss die Nutzung des Aufwuchses mehrjähriger Blühflächen außerhalb der Brut- und Setzzeiten im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur & Küstenschutz (GAK) ermöglicht werden“, so Leppmann weiter.

Ein Forderungspapier mit konkreten Vorschlägen zur Änderung des GAK-Rahmenplans hat das Netzwerk Lebensraum Feldflur auf der Internetseite www.Lebensraum-Feldflur.de veröffentlicht. Die aktuelle Pressemitteilung finden Sie hier.

 

 

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2015/06/Beitragsbild_Blühstreifen_WKuhn.jpg 498 756 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2017-02-13 10:52:542017-02-14 12:08:08Ernüchternde Bilanz für alternative Energiepflanzen

Netzwerk Lebensraum Feldflur fordert Änderung des GAK-Rahmenplans

17. Januar 2017/in Allgemein/von Andreas Kinser

(Hamburg/ Berlin, 17. Januar 2017) Niedersachsen ist das Bundesland mit der höchsten installierten Biogas-Leistung in Deutschland. Die Zentren der Biogasanlagen sind aber auch die Hochburgen der Geflügel- und Schweinehaltung in der Nordwestdeutschen Tiefebene. Durch diese Formen der Landnutzung dominiert der Maisanbau mit zum Teil über 60 % der Ackerfläche das Landschaftsbild. Das Land Niedersachsen bietet gleichzeitig eine Vielzahl attraktiver Agrarumweltmaßnahmen. Allerdings: Keine der 15 zur Auswahl stehenden Fördermaßnahmen auf Ackerland ist dazu geeignet, auch nur einen Hektar Mais durch ein alternatives Substrat für die Biogaserzeugung zu ersetzen.

Das Land Niedersachsen übernimmt 2017 den Vorsitz in der Agrarministerkonferenz. „Damit hat Niedersachsen die Chance, endlich den Natur- und Artenschutz auf die Tagesordnung der Energieproduktion aus Biomasse zu setzen“, sagt Hilmar Freiherr v. Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung und Mitglied im Netzwerk Lebensraum Feldflur. „Der Anbau und die Nutzung von Wildpflanzen für Biogasanlagen muss endlich als Agrarumweltmaßnahme angeboten werden“, fordert Münchhausen weiter. „Niedersachsen würde damit eine attraktive Umweltmaßnahme mit hoher Akzeptanz und weitreichenden ökologischen Effekten in der intensiv genutzten Agrarlandschaft auf den Weg bringen.“

Leider verhindern auch die derzeitigen Regelungen im Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur & Küstenschutz (GAK), dass die Bundesländer eine entsprechende Maßnahme anbieten. Die Anlage von ein- und mehrjährigen Blühstreifen ist zwar auch in der GAK förderfähig, ihr Aufwuchs darf aber grundsätzlich nicht genutzt werden. Weil eine nationale Ko-Finanzierung aus der GAK dadurch nicht möglich und der Ansatz damit für die meisten Länder nicht finanzierbar ist, ist eine Fördermaßnahme für mehrjährig nutzbare Wildpflanzen zur Biomasseproduktion in keinem Bundesland vorgesehen. „Das Netzwerk Lebensraum Feldflur fordert, dass die Nutzung des Aufwuchses mehrjähriger Blühflächen im Rahmen der GAK ermöglicht wird“, so der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung weiter.

Anders als bei der Nahrungs- und Futtermittelproduktion eröffnet die Biomasseproduktion die Möglichkeit, unterschiedlichste Pflanzenarten in Mischung anzubauen und den gesamten Aufwuchs zur Biogasgewinnung zu nutzen. Saatgutmischungen aus ertrag- und blütenreichen ein- und mehrjährigen heimischen Wildarten und Kulturarten erreichen bei vergleichsweise geringen Investitions- und Pflegekosten mittlerweile über 80 % des Methanertrages je Hektar vom Mais. Gleichzeitig haben sie viele ökologische Vorteile: Sie bieten das ganze Jahr Nahrung und Deckung für Niederwild, Feldvögel und Insekten, werten das Landschaftsbild auf und erhöhen den Erholungswert einer Region. Gleichzeitig sind sie in der Lage, hohe Stickstoffmengen aus dem Boden zu nutzen – ein Aspekt der vor dem Hintergrund der unverminderten Nitratbelastung des Grundwassers an vielen Stellen von Bedeutung ist. (Pressemitteilung des Netzwerks Lebensraum Feldflur vom 17. Januar 2017)

Ein Forderungspapier mit konkreten Vorschlägen zur Änderung des GAK-Rahmenplans des Netzwerks Lebensraum Feldflur finden Sie hier.

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2017/01/IMG_3042-e1489065168382.jpg 840 1260 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2017-01-17 09:31:562017-03-09 14:13:49Netzwerk Lebensraum Feldflur fordert Änderung des GAK-Rahmenplans

Vorgestellt: „F.R.A.N.Z“ Projekt für Ressourcen, Agrarwirtschaft und Naturschutz mit Zukunft

11. Januar 2017/in Allgemein/von Andreas Kinser

Mit dem Ziel „mehr Artenvielfalt auf dem Acker“, gab Bundesminister Schmidt in der Bundespressekonferenz am 9. Januar 2017 den Startschuss für das Verbundprojekt F.R.A.N.Z der Michael Otto Stiftung für Umwelt, des Deutschen Bauernverbands (DBV), des Bundesumweltministeriums (BMUB) und des Landwirtschaftsministeriums (BMEL).

Das Projekt soll die Möglichkeiten eines kooperativen Ansatzes von Landwirtschaft und Naturschutz verdeutlichen und Vorbild für die GAP 2020 werden. Zehn über ganz Deutschland verteilte konventionelle landwirtschaftliche Betriebe erproben gemeinsam mit Akteuren des Naturschutzes und der Landwirtschaft Maßnahmen, die einen hohen naturschutzfachlichen Nutzen haben und praxistauglich und betriebswirtschaftlich tragfähig sind.

Die Ergebnisse aus der Maßnahmenumsetzung sollen auch dazu dienen, die bestehenden ordnungs-und förderrechtlichen Instrumente weiterzuentwickeln und Impulse für die künftige Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) und der Agrarumweltprogramme der Bundesländer zu liefern.

Damit ist ein weiteres Projekt geschaffen, dass die Landwirtschaft enger mit den Zielen des Natur- und Artenschutzes verbindet. Diese Ziele verfolgt auch das Netzwerk Lebensraum Feldflur, welches sich darüber hinaus dafür einsetzt, Wildpflanzenmischungen als Energiepflanzen in der landwirtschaftlichen Praxis zu etablieren und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Landwirten zu verbessern.

Impulse sind hier u. a. den Anbau von Wildpflanzen und ihre Nutzung in Biogasanlagen als Ökologische Vorrangflächen im Rahmen des Greenings anerkennen zu lassen. Voraussetzungen wären hier der Verzicht auf Düngung, die Dominanz blütenreicher Pflanzenarten, ein Erntezeitpunkt frühestens ab dem 01. August und keine zweite Nutzung des Aufwuchses im Herbst.

Damit bietet das Netzwerk Lebensraum Feldflur einen wichtigen Beitrag zu einer sich stärker am Arten- und Naturschutz orientierenden Energiewende. Weitere Informationen zu den Forderungen des Netzwerks Lebensraum Feldflur finden Sie hier.

 

© M. Boerner

 

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2017/01/IMG_1841-e1484148781145.jpg 827 1240 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2017-01-11 16:27:512017-01-13 17:28:20Vorgestellt: „F.R.A.N.Z“ Projekt für Ressourcen, Agrarwirtschaft und Naturschutz mit Zukunft

Wildpflanzen-Power lässt Lichterketten leuchten und macht Feldvögel satt

21. Dezember 2016/in Allgemein/von Andreas Kinser

(Hamburg, 21. Dezember 2016) Passend zum Winteranfang ist eine neue Pressemittelung der Deutschen Wildtier Stiftung gemeinsam mit dem Netzwerk Lebensraum Feldflur zum doppelten Nutzen von Wildpflanzen als Energielieferant im Winter herausgekommen. Denn Wildpflanzen schonen nicht nur das Klima, sie liefern vielen Wintervögeln wertvolle Nahrung.

Gehen Spaziergänger in diesen Tagen in der Feldmark spazieren, können sie nicht nur die frische Winterluft genießen. Es könnte sich ihnen auch ein außergewöhnliches Naturschauspiel bieten: Die Invasion von Gastvögeln aus dem hohen Norden. Denn im Winter bekommen Spatzen, Meisen und Co. in Deutschland ungewöhnlich viel Gesellschaft. Die Rede ist zum Beispiel von den bunt-schillernden Seidenschwänzen, die in diesem Jahr in Scharen aus Nordosteuropa kommen. Grund ist die aktuelle Futterknappheit in ihren Heimatländern. Doch nicht nur der Seidenschwanz sucht bei uns Nahrung, auch andere Wintergäste wie Birkenzeisig und Bergfinken wollen bei uns satt werden.

Leider ist der Tisch auf unseren Feldern alles andere als reich gedeckt: Wenn im Herbst die letzten Mais- und Zuckerrübenfelder geerntet sind, dominiert der karge Acker: Seidenschwanz & Co. finden weder Samen noch Larven als Futter. „Seitdem auf den Feldern immer mehr Mais zur Stromgewinnung in Biogasanlagen angebaut wird, gibt es immer weniger Flächen, auf denen die Wintergäste Nahrung finden“, sagt Uta Hennig von der Deutschen Wildtier Stiftung.

Doch Vogelfutter auf der einen und Strom aus Biomasse auf der anderen Seite schließen sich nicht aus: Wenn Energie in Form von Wildpflanzen auf dem Acker wächst, finden die Vögel aus dem hohen Norden und unsere heimischen Wildtiere was zu Knabbern und ein geschütztes Plätzchen für kalte Tage. Fenchel, Steinklee, Wilde Möhre und Malve – als Biomasse vergoren und in Biogasanlagen zu Strom umgewandelt – lassen unsere Lichterketten leuchten und helfen den Tieren über den Winter. Denn nach der Ernte im Spätsommer sind die Wildpflanzen bereits im November wieder kniehoch und bieten Unterschlupf für unsere ackerbewohnende Vogelfauna wie Rebhuhn, Grauammer oder Bluthänfling. In den im Winter abgestorbenen Stängeln der staudigen Pflanzen leben Insekten und Spinnen und ihre Eier und Larven. Das wiederum bietet weiteren Vogelarten wie dem Stieglitz und dem Neuntöter eine wichtige Nahrungsquelle, die sich bis zu unseren Vögeln aus dem hohen Norden rumspricht, die jährlich voller Eifer hier nach Nahrung suchen.

Damit die Rast der Gastvögel bei uns kein Kurzbesuch bleibt, fordert die Deutsche Wildtier Stiftung gemeinsam mit dem Netzwerk Lebensraum Feldflur eine finanzielle Unterstützung für den Anbau von Wildpflanzen und deren Nutzung in Biogasanlagen durch die Agrarpolitik. „Statt Agrarsubventionen per Gießkanne sollte der Wildpflanzenanbau gezielt gefördert werden, damit sich Naturschutz finanziell für den Landwirt auch lohnt“, sagt Uta Hennig. Am Ende würden Mensch und Tier profitieren, wenn mehr Wildpflanzen-Power aus der Steckdose kommt.

Kostenloses Bildmaterial und Pressekontakt finden Sie hier.

Gemeinsam mit dem Netzwerk Lebensraum Feldflur, ein Zusammenschluss aus bisher 24 Akteuren des Naturschutzes, der Imkerverbände, der Jagd und der Energiewirtschaft, setzt sich die Deutsche Wildtier Stiftung u.a. für eine Förderung von Energie aus Wildpflanzen im Rahmen der Agrarpolitik ein.

© E. Gottschalk

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2016/12/Rebhuhn_original1.jpg 840 1240 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2016-12-21 14:08:322016-12-21 14:53:02Wildpflanzen-Power lässt Lichterketten leuchten und macht Feldvögel satt
GAP-Reform 2020

GAP-Reform 2020 – Die nächsten Schritte

13. Dezember 2016/in Allgemein/von Andreas Kinser

Im kommenden Jahr starten die Verhandlungen der EU-Kommission für die nächste EU-Agrarreform. Das sind die nächsten Schritte:

Geplant ist, dass Anfang 2017 die EU-Kommission eine Befragung der Öffentlichkeit startet. Bis Ende 2017 will die EU-Kommission eine Mitteilung zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 erstellen, in der mögliche Reformschritte vorgestellt werden. Einen Zeitpunkt für die dann folgenden Gesetzesvorschläge wurden noch nicht genannt. Es läuft vermutlich auf Anfang des Jahres 2018 hinaus. Damit hätten das Europaparlament und die EU-Mitgliedstaaten ein Jahr Zeit für die Verhandlungen, da im Frühjahr 2019 EU-Parlamentswahlen anstehen.

Der Fokus der Beratungen für die nächste EU Agrarreform liegt insbesondere darin, dass die GAP einfacher und moderner wird. „Landwirte sollen nicht schon an einer undurchsichtigen Verwaltung scheitern. Betriebe müssen wettbewerbsfähig und exportorientiert sein, um das übergeordnete Ziel der EU-Kommission zu erfüllen“, so EU-Kommissionspräsident Juncker.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Globalisierung, Klimawandel und die Stärkung des ländlichen Raums werden das zukünftige Profil der GAP prägen. Dabei steht die Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen sozialer und ökologischer Verantwortung sowie wirtschaftlichen Notwendigkeiten.

Um dieses Spannungsfeld zu relativieren müssen künftig ökonomische und ökologische Ziele besser miteinander verknüpft und gemeinsam gefördert werden. Eine Möglichkeit ergibt sich mit der Biogasproduktion aus Wildpflanzen. Anders als bei der Nahrungs- und Futtermittelproduktion eröffnet die Biogasproduktion die Möglichkeit, unterschiedlichste Pflanzenarten und -sorten in Reinsaat und in Mischung anzubauen und den gesamten Aufwuchs zur Methangewinnung zu nutzen.

Das Netzwerk Lebensraum Feldflur setzt sich durch politisches Engagement und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit für heimische Wildpflanzen als Ergänzung zu konventionellen Energiepflanzen ein. Ziel ist, das Mischungen aus ertragreichen Kultur- und Wildpflanzen Eingang in die Agrarumweltprogramme der Länder finden. Bisher werden Blühstreifen in Form von Direktzahlungen an die Landwirte zwar gefördert, die Pflanzen dürfen jedoch nicht genutzt werden. Das Netzwerk Lebensraum Feldflur fordert daher, dass die Nutzung des Aufwuchses mehrjähriger Blühflächen im Rahmen der GAK ermöglicht wird. Dadurch würden ökologische und ökonomische Ziele miteinander verknüpft und der Landwirt wettbewerbsfähig bleiben.

© Finecki/fotolia

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2016/12/eu-kommission-breit.jpg 332 489 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2016-12-13 13:23:122016-12-13 13:23:12GAP-Reform 2020 – Die nächsten Schritte

Weltbodentag 2016 – Böden bauen weiter ab

5. Dezember 2016/in Allgemein/von Andreas Kinser

(SVZ.de vom 05.12.2016) Weltbodentag am 5. Dezember 2016: „Der Zustand der Böden hat sich weiter verschlechtert. In Mecklenburg-Vorpommern sind 40 % der Böden durch Bodenverdichtung stark bis sehr stark gefährdet, sagt der Agrarexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Burkhard Roloff und kritisiert damit die Industrialisierung der Landwirtschaft. Der zusätzliche massive Anbau von Mais und anderen Energiepflanzen in der Agrarlandschaft erhöht die Bodenverdichtung und hat eine Verschlechterung der Böden zur Folge. Mecklenburg-Vorpommern hat 2011 ein Bodenschutzutzprogramm erstellt, an das Roloff alarmierend erinnert.

Der Weltbodentag wurde im Rahmen des 17. Weltkongresses von der Internationalen Bodenkundlichen Union (IUSS) 2002 ins Leben gerufen. Mit ihm soll ein jährliches Zeichen für die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden gesetzt werden.

Den vollständigen Artikel in SVZ.de finden Sie hier.

Flächen für die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen zu finden wird infolge des Nutzungsdrucks immer schwieriger. Ein wesentlicher Anteil des Flächenverbrauchs dient der Energiegewinnung durch Biomasse. Dies führt regional zu einer Verengung der Fruchtfolge und zu massiven Nachteilen für die Artenvielfalt in den ländlichen Räumen. Vorhandene Naturschutzstrategien müssen deshalb durch neue ökologische Maßnahmen ergänzt werden, die auch bei intensiver Landnutzung umgesetzt und akzeptiert werden können.

Das Netzwerk Lebenraum Feldflur setzt sich für die Etablierung von mehrjährigen, heimischen Wildpflanzen zu Energieerzeugung als Ergänzung zum Maisanbau ein. Wildpflanzen eignen sich als Dauerkulturen (5 Jahre) und erfordern damit keine jährliche Bodenbearbeitung und Ansaat. Auf den Einsatz von mineralischen Dünger und Pflanzenschutzmittel kann weitestgehend verzichtet werden. Dies hat neben ökonomischen Vorteilen auch ökologische Vorteile. Durch die ganzjährige Bodenbedeckung mehrjähriger Wildpflanzenmischungen wird beispielweise der Bodenerosion und der Nährstoffauswaschung entgegen gewirkt und die Humusbilanz verbessert, was den Boden wieder fruchtbar macht. 
https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2016/12/saatgut-1280x843.jpg 843 1280 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2016-12-05 12:57:132016-12-08 13:40:12Weltbodentag 2016 – Böden bauen weiter ab
M. Wortmann setzt sich mit Wildpflanzen für mehr Biodiversität ein

Landwirte ackern mit Wildpflanzen für den Naturschutz

15. November 2016/in Allgemein/von Andreas Kinser

Naturschutz in die Landwirtschaft zu integrieren ist über viele Wege möglich. Das zeigt auch das bisher einmalig durchgeführte Projekt „Energiepflanzenanbau und Biodiversität- Landwirte ackern zur Förderung der Biodiversität im Münsterland“:
Landwirt M. Wortmann aus Coesfeld setzt sich für mehr Vielfalt ein. Indem er mehrjährige Blühstreifen in den Anbau integriert, sichert er nicht nur die Erträge auf einigen seiner sehr sandigen Böden, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Biodiversität. Denn pro Hektar werden ihm, für mehrjährig niederwüchsige Blühsteifen ohne Nutzung,  1.561 Euro im Jahr vergütet.

Das Projekt ist das erste landwirtschaftlich initiierte Naturschutzprojekt in Nordrhein-Westfalen, das mit Bundesmitteln gefördert wird.  Es ist Teil eines Verbundprojekts unter dem Dach vom Deutschen Bauernverband, gefördert vom Bundesprogramm Biologische Vielfalt sowie der Rentenbank.  Das Saatgut für die Wildpflanzen wird kostenfrei von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft zur Verfügung gestellt.

In zwei Gebieten mit je rund 500 Hektar sollen nun jährlich auf bis zu 5 Prozent der Fläche Arbeiten für mehr Naturschutz im Münsterland umgesetzt werden. Mit den Wildpflanzen wird die Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft erhöht und Lebensräume für wildlebende Tier- und Pflanzenarten wieder hergestellt. Die Modellregion im Kreis Coesfeld ist repräsentativ für große Teile der ackerbaulich geprägten Veredelungsregionen und somit auch auf andere Regionen übertragbar.

Den vollständigen Artikel finden sie im DLZ Magazin vom November 2016. Weiter Informationen zum Projekt und Antragsteller sind bei uns unter Projekte hinterlegt.

Wie wichtig Wildpflanzen als Wildtier-Lebensraum sind wird gerade zur kalten Jahreszeit deutlich, wenn die Tiere nicht nur Deckung brauchen, sondern insbesondere  Nahrung für den Winter benötigen. Im Winter können die mehrjährigen Wildpflanzen kniehoch stehengelassen werden und bieten damit einen wichtigen Schutz und optimale Bedingungen für unsere Wildtiere.

Foto: Bockholt

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2016/11/Teaser_November.png 642 964 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2016-11-15 15:42:212016-12-05 10:51:38Landwirte ackern mit Wildpflanzen für den Naturschutz
Rebhuhn Wildpflanzen für Biogas

Wildpflanzen-Projekt vorgestellt

21. September 2016/in Allgemein/von Andreas Kinser

(NWZ online vom 21.09.2016) Auf Einladung des Hegerings Wiefelstede im Ammerland stellten Johann Högemann, Landwirt im Emsland, und Tillmann Möhring, Referent beim Deutschen Jagdverband, jüngst das Projekt „Energie aus Wildpflanzen“ vor. Mit ihren Ausführungen weckten sie großes Interesse bei den zahlreichen Zuhörern in Spohle. Der Hegering Wiefelstede hatte diesen Informationsabend unter dem Motto „Naturschutz und Biogas passen zusammen“ veranstaltet. Rund 70 Landwirte, Jäger, Biogasanlagenbetreiber und Politiker waren zusammengekommen, um zu erfahren, was alle gemeinsam für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt tun können.

Ohne Insekten und Unterschlupf in der Feldflur fehlten Futter und Kinderstube für Junghasen, Rebhühner und Fasane. „Unsere einheimischen Wildarten werden immer weniger. Da müssen wir etwas tun“, bestätigte Helmut Blauth von der Landesjägerschaft Niedersachsen. Gebraucht würden daher wieder mehr blühende Wildpflanzen. Solche Wildpflanzen auf Brachen und Grünflächen oder als Alternative zu Mais seien zudem als Energiepflanzen in Biogasanlagen geeignet. Damit die Landwirte keine wirtschaftlichen Einbußen erleiden, sei dennoch die Politik gefragt, so Högemann und Möhring. Sie könnte die Landwirte durch eine Änderung der Agrarförderung besser darin unterstützen, aktiven Naturschutz zu leisten. Die anwesende CDU-Bundestagsabgeordnete Barbara Woltmann und die SPD-Landtagsabgeordnete Sigrid Rakow signalisierten bereits ihre Unterstützung.

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2015/07/Beitragsbild_Rebhuhn_Rolfes_DJV.jpg 654 993 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2016-09-21 12:58:572016-09-21 15:17:01Wildpflanzen-Projekt vorgestellt
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