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Biogas aus Wildpflanzen

Zukunft der Biogasbranche – Förderung mehrjähriger Wildpflanzen über die EEG-Umlage

Ist Biogas ein Problem, oder ein Teil der Lösung? Und wie sieht die Zukunft der Branche aus? Diese und andere Fragen diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis im Rahmen eines Parlamentarischen Experten-Webinars, ausgerichtet von den FL(EX)PERTEN, einem Netzwerk zur Flexibilisierung des Biogasmarkts.

Fest steht: Unser „Energiehunger“ wird in absehbarer Zukunft nicht abnehmen und durch den Kohle- und Atomausstieg bedarf es erneuerbarer Energiequellen. Für eine dezentrale und im Gegensatz zu Wind- und Solarkraft wetterunabhängigen Energiebereitstellung hat die Biogasnutzung eine tragende Rolle. Aktuell werden rund 12 % der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen über Biogas geleistet. Wie sich die Biogasnutzung in Zukunft entwickelt, hängt maßgeblich davon ab, welchen Rahmen die Politik vorgibt, noch in diesem Herbst soll die große EEG-Novelle kommen.

Durch die Nutzung alternativer, ökologisch wertiger Energiepflanzen wie etwa mehrjährigen heimischen Wildpflanzenmischungen kann die Energieerzeugung mit dem Arten- und Naturschutz versöhnt werden. Jedoch bedarf es Förderinstrumenten, um solch ökologisch wertige Substrate, die weniger Ertrag als Mais oder andere herkömmliche Biomassekulturen liefern, in größerem Rahmen auf den Acker zu bringen. Pilotprojekte, wie etwa Bunte Biomasse, können hier nur Brücken bauen. Langfristig wäre etwa eine Förderung über die EEG Umlage eine Möglichkeit.

Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung hat im Rahmen des Fl(ex)pertenforums die Wildpflanzenmischungen als Substrat zur Biogaserzeugung in einem kurzen Video vorgestellt (einfach auf diesen Link klicken).

Aktionswoche Artenvielfalt - Wildpflanzen als Biogassubstrat schützen Bienen und Bauern

Biogas als Werkzeug für mehr Klima- und Insektenschutz

Als Reaktion auf die massiven Demonstrationen der Landwirte in den vergangenen Wochen und Monaten haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zum Landwirtschaftsdialog eingeladen. Auch der Fachverband Biogas e.V. war in Person von Horst Seide (Präsident) und Dr. Stefan Rauh (Geschäftsführer und Referatsleiter Landwirtschaft) vertreten. „Wir sind Teil der Lösung für viele aktuelle Themen der Landwirtschaft“, betonte Horst Seide in dem Gespräch.

Gülle als Energielieferant

Allein durch die konsequente Vergärung der in deutschen Ställen anfallenden Gülle könnten so über 7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Durch die natürlichen Abbauprozesse von Gülle in Güllelagern entsteht Methan, das von dort in die Atmosphäre entweicht und dort als hochwirksames Treibhausgas den Klimawandel vorantreibt. In Biogasanlagen hingegen wird dieses Methan aufgefangen und zu klimafreundlichem Strom und Wärme umgewandelt. Danach kann die vergorene Gülle dann als wertvoller Dünger dienen oder in Pelletform in nährstoffarme Regionen transportiert werden.

Blühflächen für die Artenvielfalt

Gleichzeitig betont Seide die Potenziale von Biogas für die Artenvielfalt und den Insektenschutz: „Mit Biogas haben wir die einzigartige Möglichkeit, Ökonomie und Ökologie zu verbinden. Verschiedene Blühflächen, die Insekten und anderen Tieren im Sommer Nahrung und Lebensraum bieten, können im Herbst noch geerntet und in Energie umgewandelt werden.“

Nun sei die Politik gefordert, den rechtlichen als auch den finanziellen Rahmen zu setzen, um den Anbau für die Landwirte attraktiv zu gestalten.

Den kompletten Artikel finden Sie hier

Geht Biogas nur mit Mais

Geht Biogas nur mit Mais? Hackl Schorsch gibt die Antwort…

Geht Biogas nur mit Mais? Diese Frage beantwortet Georg Hackl. Der dreifache olympische Goldmedaillengewinner stellt in diesem interessanten Video Alternativen zur Biogaserzeugung dar. Hier dürfen die mehrjährigen Wildpflanzenmischungen, die nicht nur Biogas liefern, sondern auch einen Lebensraum für Insekten und zahlreiche Wildtiere schaffen, natürlich nicht fehlen.

Blühende Bioenergie Dorsten

Kooperationsprojekt gestartet – Blühende Bioenergie Dorsten

Blühende Bioenergie Dorsten heißt das Kooperationsprojekt, das von der Firma ODAS, der Stadt Dorsten und der Wirtschaftsförderung WINDOR vereinbart wurde. Ziel ist, den Anbau von Mais für Biogasanlagen teilweise durch Wildpflanzen zu ersetzen, um so die biologische Vielfalt zu fördern, Lebensräume zu schaffen und den Boden- und Gewässerschutz zu verbessern.

Das Projekt ist im Mai gestartet und zunächst auf vier Jahre angelegt. Das landwirtschaftlich geprägte Logistik-Unternehmen ODAS hat Landwirte als Partner gewonnen, organisiert über sie Flächen und den Anbau von Wildpflanzen, nimmt nach der Ernte auch die Biomasse ab und verarbeitet diese. Die Stadt Dorsten übernimmt die strukturelle Organisation des Projekts und WINDOR engagiert sich finanziell mit einer „Anschubhilfe“ (unter anderem, weil die Wildpflanzen weniger Ertrag für die Landwirte bringen als Mais).

Mehr Vielfalt in der Landwirtschaft – das ist allen Beteiligten ein großes Anliegen. Denn die Feldflur ist still geworden, da die Verluste an biologischer Vielfalt dramatische Ausmaße angenommen haben. Vom Artensterben betroffen sind neben Wildbienen, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten vor allem Feldvögel. Kiebitz, Grauammer oder Feldlerche sind vielerorts verstummt, die Zahl der Rebhühner ist europaweit seit 1980 um über 90 % eingebrochen. Der Kiebitz als früherer Allerweltsvogel hat weit über 50 % seiner Population verloren. Diese Verlustrechnung in der Feldflur lässt sich an vielen anderen Arten weiter fortführen.

Mit dem Kooperationsprojekt Blühende Bioenergie Dorsten werden Flächen für die Biogasproduktion angelegt, die nicht mit dem höchst rentablen Mais bepflanzt sind. Durch ertragreiche, mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion kann der Mais anteilig ersetzt werden. Die Flächen bieten Bodenbrütern im Frühjahr Nistmöglichkeiten und das langanhaltende und vielfältige Blütenangebot verbessert die Nahrungsressourcen für Bienen und Schmetterlinge, wovon wiederum viele Vogel- und Fledermausarten profitieren. Durch den Anbau erfolgt eine Reduzierung der Stickstoffausträge und durch die mehrjährige Kulturführung wird bodenschonend gearbeitet. Gleichzeitig produzieren ertragreiche Wildpflanzenmischungen bis zu 40 Tonnen Frischmasse je Hektar, die bei einer einmaligen Investition im Etablierungsjahr jährlich geerntet werden können. Natürlich sind die wirtschaftlichen Erträge im Vergleich zum konventionellen Maisanbau geringer und somit ist eine Kompensationszahlung wichtig, um diesen Anbau in der Landnutzung zu etablieren. Dabei konnte auf mehrjährige Anbauversuche u. a. im Forschungsprojekt „GrünSchatz“ zurückgegriffen werden.

Das Projekt soll einen bedeutenden Beitrag dazu leisten, den Anbau von pflanzlicher Biomasse als Substrat für Biogasanlagen enger an den Natur- und Artenschutz zu koppeln. Es ist höchst erfreulich, dass praktizierende Landwirte sich an das Projekt anschließen und den Maisanbau teilweise durch mehrjährige Wildpflanzenkulturen ersetzen wollen. Die Landwirte erhalten über das Projekt einen Ausgleich für Deckungsbeitragsverluste und werden kostenlos beim Anbau der Bestände und der Ernte des Aufwuchses beraten.

INFO:

Das Projekt ist in diesem Jahr zunächst mit wenigen Landwirten gestartet. Die Kooperationspartner sind jetzt schon auf der Suche nach weiteren Landwirten, die im nächsten Jahr als Partner mit in das Projekt einsteigen wollen. Ziel ist, zu den bisherigen Anbauflächen für Wildenergie weitere 50 Hektar zu gewinnen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wildpflanzen zur Biogasproduktion

Aus Wildpflanzen wird Biogas

Zwei Landwirte und der Hegering Wiefelstede haben zusammen ein ammerlandweites Pilotprojekt gestartet. Im vergangenen Jahr wurde auf jeweils einem Feld von Dennis Schellstede und Hauke Helmers eine fünfjährige Blühmischung aus mehrjährigen Wildpflanzen ausgesät. Das Erntegut wird in diesem Jahr für die Verwertung in einer Biogasanlage genutzt.

„Wir können schon jetzt sagen, dass Wildpflanzen als Anbaumasse für Biogasanlagen viele Vorteile mit sich bringen“, erklärt Michael Sander, Hegeringleiter in Wiefelstede. Die 22 verschiedenen Pflanzen, darunter Klee, Färberkamille, Malve und Rainfarn, bedecken den Boden – im Gegensatz zu Mais oder Getreide – auch in den kälteren Jahreszeiten. „Da entwickelt sich über die Jahre eine Eigendynamik und jedes Jahr gibt es neue Pflanzen. Die Fläche blüht immer wieder aufs Neue“, so Sander.

Ausgeprägte Stickstoff-Bindung

Daneben bietet die bunt blühende Fläche Lebensraum für verschiedene Tiere wie Insekten und Niederwild und die mehrjährige Bewirtschaftung schont den Boden. Von der LUFA Nord-West in Hameln hat der Hegering Wiefelstede Bodenproben aus unterschiedlichen Tiefen untersuchen lassen. Dabei konnte laut Sander bereits herausgefunden werden, dass die Wildpflanzen mehr Stickstoff aufnehmen als beispielsweise Mais und somit zum Grundwasserschutz beitragen.

Förderung für Wildpflanzen fehlt

Einen Nachteil gibt es jedoch: Der Ertrag der Wildpflanzen reicht nicht ganz an die Energieausbeute von Mais und Getreide heran. Finanzielle Unterstützung bekommen die Landwirte und der Hegering daher von der Bingo-Umweltstiftung, dem 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen und der Landesjägerschaft Niedersachsen. Doch Michael Sander wünscht sich noch mehr Aufmerksamkeit seitens der Politik: „Wirkliche Fördermaßnahmen gibt es für dieses Projekt noch nicht. Die Mühlen mahlen langsam. Zwar finden wir von allen Seiten Zuspruch, es fehlt aber noch die Unterstützung.“

Den vollständigen Artikel auf NWZonline.de finden Sie hier.

Stadtwerke Lünen lassen ab 2019 die EnergieBiene fliegen

Nach den Stadtwerken Nürtingen mit ihrem Projekt „Bienenstrom“ setzen ab 2019 auch die Stadtwerke Lünen bei der Produktion von Ökostrom auf Wildpflanzen. Mit ihrem Umweltprojekt „SWL-EnergieBiene“ leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Energiewende, sondern verwandeln Teile der Lippestadt in blütenreiche Lebensräume für Insekten.

Auf zwei bis drei Demonstrationsflächen werden in Lünen ab 2019 Wildpflanzen angebaut, geerntet und ihr Aufwuchs in der Biogasanlage der Stadtwerke-Tochter Bioenergie GmbH & Co. Kg vergärt. Die umweltfreundlich erzeugte Energie wird direkt in das örtliche Versorgungsnetz eingespeist. Die Demonstrationsflächen von EnergieBiene dienen im ersten Jahr dazu, interessierten Kunden und Bürgern ein Bild davon zu vermitteln, was das Projekt für die Natur und Umgebung in Lünen bedeutet. Nach der Getreideernte im Sommer 2019 wird die Etablierung (Vorbereitung und Aussaat) der Flächen für 2020 erfolgen. In den nächsten fünf Jahren sollen insgesamt auf rund 100 Hektar ertragreiche Wildpflanzen als Energiepflanzen angebaut werden. Möglich wird dieses Ziel durch kompetente Landwirte, die die Wildpflanzen-Mischungen auf ihren Ackerflächen ansäen, bewirtschaften und ernten. Sie sind ein zentraler Baustein des Projekts.

Entscheidend für den Erfolg des Projekts sind vor allem die Abnehmer, also die Strom- und Gaskunden. Mit einem Jahresbeitrag von 12 Euro kann man sich am Projekt beteiligen und nicht nur zu einem schöneren Stadtbild beitragen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Insektenfauna rund um Lünen leisten.

Einen Artikel in den Ruhrnachrichten über das Projekt EnergieBiene finden Sie hier.

Stickstofffixierung durch Wildpflanzen - Gewässerschutz

Risiken der Samenausbreitung durch Gärreste?

Enthalten Gärreste von Wildpflanzenbiomasse noch keimfähige Arten die zu erhöhtem Unkrautdruck führen? Um diese Frage drehte sich eine Untersuchung der Universität Rostock in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB). Dabei stellte sich heraus, dass hartschalige Samen auch nach der Gärung noch keimfähig sind. Vor allem Steinklee und Malvenarten könnten nach Meinung der Forscher in Gärresten vorhanden sein. Allerdings: Wird der Wildpflanzen-Anbau richtig durchgeführt, findet die Ernte bereits vor der Samenreife statt und es gelangen gar nicht erst keimfähige Samen in das Erntegut. Mit einer Ausbreitung von Wildpflanzen auf Flächen, auf denen sie nicht erwünscht sind, ist also nicht zu rechnen.

Gärreste der Mischung BG 70 untersucht

Bei der Vergärung von Biomasse in Biogasanlagen entsteht neben Biogas ein sogenannter „Gärrest“, welcher aufgrund seines hohen Nährstoffgehalts als Dünger auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht wird. Überdauern Wildpflanzensamen diese Gärprozesse, enthalten die Gärreste keimfähige Samen die auf Flächen kommen, auf denen Wildpflanzen eigentlich unerwünscht sind. Bei der Studie der Uni Rostock und des ATB wurde der Gärrest der Blühmischung BG70 der Firma Saaten Zeller, für die eine Standzeit von bis zu fünf Jahren vorgesehen ist, nach der Gärung untersucht. Über die fünf Jahre hinweg etablierten sich vor allem Beifuß (Artemisia vulgaris), Schwarze Flockenblume (Centaurea nigra) und Rainfarn (Tanacetum vulgare), im ersten Jahr auch verschiedene Malven-Arten (Malva sp.) und im zweiten Jahr weißer und gelber Steinklee (Melilotus albus M. officinales). Bei der Untersuchung, bei der große Mengen keimfähiges Saatgut in die Biogas-Prozesskette gelangten, wurde festgestellt, dass nur hartschalige Samen die Gärung überstanden. Die Überlebensquote lag je nach Art bei bis zu 70 Prozent. Beifuß, Schwarze Flockenblume und Rainfarn sind unkritisch, da diese keine hartschaligen Samen haben. Anders sieht es bei den Steinklee- und Malven-Arten aus, welche potenziell verbreitet werden könnten.

Bei einem richtig gewählten Erntetermin ist das Risiko einer Ausbringung von keimfähigen Wildpflanzen auf Marktfruchtäckern verschwindend gering. Wer trotzdem sicher gehen will bringt die Gärreste des Wildpflanzenaufwuchses einfach auf den Wildpflanzenflächen selbst aus oder verwendet die Mischung BG90. Diese besteht aus 22 über- und mehrjährigen Stauden und wird nach frühräumender Wintergerste oder Getreideganzpflanzensilage angebaut. Probleme mit einjährigen Arten, als Steinklee und Malvenarten, hätte man bei dieser Mischung überhaupt nicht. (Text: FNR & DeWiSt/C.Wegscheider)

Die Pressemitteilung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe finden Sie hier.

Den Endbericht zum Projekt „Wildpflanzen-Samen in der Biogas-Prozesskette – Eintrags- und Überlebensrisiko unter dem Einfluss von Prozessparametern“ finden Sie hier (Teil 1) und hier (Teil 2).

Wildpflanzen Biomasse Energie

Biogas aus Wildpflanzen macht Landwirte zu Natur- und Artenschützern

(noz.de vom 30.6.18) Auf einer rund fünf Hektar großen Ackerfläche des Landwirts Josef Schröer aus Lingen-Mundersum blüht es farbenfroh und es summt lebendig: Die mehrjährigen Stauden aus einer regionalen Saatmischung locken Bienen, Schmetterlinge und Insekten an und bieten Feldlerchen, Rebhühnern und anderen Feldvögeln und Niederwild Deckung und Nahrung. Ganz nebenbei wird auf dem Feld auch Biomasse zur Stromerzeugung produziert: Biogas aus Wildpflanzen! Diesen Spagat schafft das Projekt „Energie aus Wildpflanzen“, das die Jägerschaft Lingen im Emsland in enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem „Netzwerk Lebensraum Flur“ umsetzt. Die Naturschutzstiftung Emsland nutzte jetzt die Möglichkeit, sich bei einer Feldbegehung über das System „Biogas aus Wildpflanzen“ von Landwirt Josef Schröer, der auch stellvertretender Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen ist, in der Praxis zu informieren.

Etwa Ende Juli wird die landwirtschaftlich genutzte und auch gedüngte Fläche abgeerntet und die Wildpflanzen werden für die Biogaserzeugung einsiliert. Ein dann folgender zweiter immergüner Aufwuchs ermöglicht den Wildtieren auch im Winter eine Rückzugs- und Äsungsfläche. So gelingt es den Akteuren des Projekts „Energie aus Wildpflanzen“, für Landwirte als Anbauer einer reichlich blühenden ökologischen Vielfalt auch einen ökonomischen Beitrag zu leisten. Josef Schröer erläuterte, dass im Rahmen des Projekts derzeit außerdem untersucht wird, ob die Wildpflanzenmischung auch einen positiven Effekt auf den Gewässerschutz hat. Am 20. Juli erwarte man in Lingen-Mundersum zudem die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, der man anhand der bisherigen Projektergebnisse die Erfolge von Biogas aus Wildpflanzen für den Arten-, Natur- und Umweltschutz darlegen möchte.

Den vollständigen Artikel auf noz.de finden Sie hier.

Ausgleichsmaßnahme Blühfläche

Wildpflanzen: Ökologisch sinnvoll und einfach schön

(Spökenkieker.de vom 29.5.2018) Was kann vor Ort gegen das Artensterben getan werden, ohne dass Landwirte wirtschaftliche Einbußen befürchten müssen? Zu diesen Fragen hat sich die Fraktion der BÜNDNIS 90 / Die GRÜNEN im Kreistag Warendorf informiert. In dem Projekt „Grünschatz“ wird derzeit die Energiegewinnung aus ertragreichen Wildpflanzen untersucht. Sabine Paltrinieri vom Institut für Landschaftsökologie der Universität Münster stellte das Gemeinschaftsprojekt vor.

Im Westmünsterland werden seit 2015 alternative Wege zur Gewinnung von Biomasse für Biogasanlagen untersucht. Durch den Anbau von ertragreichen Wildpflanzen soll die biologische Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen erhöht werden. Das bezieht sich sowohl auf die Flora als auch auf die Fauna. Die Wildpflanzenkulturen sind mehrjährig und ihr Aufwuchs wird einmal im Jahr geerntet. Die Mischungen erreichen eine Nutzungsdauer von etwa fünf bis sieben Jahren. Da die Wildpflanzen in der Lage sind, hohe Nährstoffmengen aufzunehmen eignet sich das Anbauverfahren besonders für die Aufnahme von Gülle. Die bisherigen Untersuchungen zeigen, dass die ökologische Sinnhaftigkeit und der landschaftsästhetische Vorteil von Wildpflanzenkulturen gegenüber Mais bei Landwirten und Nicht-Landwirten gleichermaßen anerkannt werden. Ganz wichtig ist der Grünen Kreistagsfraktion, dass dieses Anbausystem zukünftig durch Agrarfördermittel unterstützt wird. Derzeit ist dies leider noch nicht der Fall.

Den vollständigen Artikel im „Spökenkieker“ finden Sie hier.

 

 

Bienenstrom der Stadtwerke Nürtingen

Echte Ökoinnovation auf dem Strommarkt: Bienenstrom

Beziehen auch Sie zu 100 % Ökostrom aus regenerativen Energien? Na klar? Glauben Sie, dass Monokulturen aus Mais oder anderen Energiepflanzen ein toller Lebensraum für Insekten und Feldvögel ist? Naja! Doch Biogas kann beides, regenerativ und vielfältig: mit Energie aus ertragreichen, mehrjährigen Wildpflanzenmischungen. Die Stadtwerke Nürtingen haben jetzt gemeinsam mit dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb das Projekt „Bienenstrom“ gestartet. Bienenstrom ist das erste Stromprodukt, das Ökostrom und die privatwirtschaftliche Finanzierung von artenreichen Blühflächen kombiniert. Damit werden Lebensräume für Wildtiere und Insekten geschaffen! Mit jeder durch die Stadtwerke Nürtingen verkauften Kilowattstunde Bienenstrom fließt ein Cent in den Anbau von mehrjährigen, ertragreichen Wildpflanzenmischungen, die Maismonokulturen ersetzen sollen. Die am Projekt beteiligten Landwirte erhalten als Honorierung ihrer Leistungen zum Artenschutz einen  jährlichen Blühhilfe-Beitrag und werden so zu Blühpaten. Bei einem 3-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3.600 kWh entspricht das einer Fläche von ca. 500 m², die die Blühpaten in wertvollen Lebensräume für Feldvögel und Insekten verwandeln. Somit haben Verbraucherinnen und Verbraucher durch den Bezug des Bienenstroms die Möglichkeit, einen Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt zu leisten.

Hinter Bienenstrom stehen zwei erfahrene Akteure: Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ist seit 2009 als UNESCO-Biosphärenreservat ausgezeichnet, um Kultur- und Naturlandschaften langfristig zu erhalten und zu schützen.Die Stadtwerke Nürtingen GmbH bringt ihre jahrelange Erfahrung im Vertrieb von Ökostromprodukten und ihr Engagement im Bereich regionaler Verantwortung ein. Gemeinsam geben sie eine starke Antwort auf das Insektensterben in Deutschland.

Der Verkauf von Bienenstrom wird über die Internetseite www.bienenstrom.de organisiert.