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Archiv für die Kategorie: Allgemein

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Regionalwerk Bodensee will Umstieg von Mais auf Wildblumen fördern

13. Juni 2019/in Allgemein/von Andreas Kinser

Das Thema Insektensterben ist inzwischen im Fokus der Öffentlichkeit angekommen. Nun möchte das Regionalwerk Bodensee im Energiesektor, genauer gesagt beim Thema Biogas, etwas dagegen tun. Gemeinsam mit der Elobau-Stiftung sollen Landwirte gefördert werden, die Energiemais durch eine besondere Wildpflanzensaat ersetzen.

Diese Wildpflanzenmischungen aus heimischen Arten haben gegenüber Monokulturen viele ökologische Vorteile und sollen die Artenvielfalt in der Feldflur steigern. Vergleichbar mit einer Blütenwiese, wie mancher sich das vorstelle, sei das nicht, das wachse alles schon sehr hoch, aber dafür gebe es mehr Ertrag – mit der erprobten Mischung für etwa fünf Jahre, so Peter Aulmann, Vorsitzender der Elobau Stiftung.

Obwohl die Mischungen sehr viel Biomasse liefern, ist der Ertrag gegenüber Energiemais geringer. Diese Mindereinnahmen sollen teilnehmenden Landwirten durch Zahlung einer Förderung ausgeglichen werden. Das Regionalwerk will ab 2020 erst einmal zehn Hektar fördern, dafür erhalten die teilnehmenden Landwirte 500 Euro pro Jahr und Hektar.

Mit dem Pilotprojekt sollen vor allem Landwirte in den Gründungsgemeinden des Regionalwerks angesprochen werden. Genutzt werden sollen unter anderem die Erfahrungen aus einem Vorreiterprojekt von Martin Frick aus Kißlegg, der seit sieben Jahren ein Wildpflanzenbiogas-Projekt ergänzend zum Mais betreibt.

Geschäftsführer des Regionalwerks Michael Hofmann sagt, es gehe nicht darum, Mais zu verteufeln: Vielmehr gehe es darum, langfristig die Vielfalt zu steigern. Je mehr das Regionalwerk wachse, desto mehr Fläche könne gefördert werden. Das sei nicht nur gut für Insekten, sondern auch für den Tourismus, da über die blühenden Wildpflanzen das Landschaftsbild aufgewertet würde. Dafür sucht das Regionalwerk weitere Partner – so sollen Landwirtschafts- und Umweltorganisationen mit an Bord geholt werden.

Weitere Informationen zum Projekt der elobau Stiftung finden Sie hier

Den kompletten Artikel finden Sie hier

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2015/01/Videoclip.jpg 843 1280 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2019-06-13 15:37:482019-06-13 15:52:17Regionalwerk Bodensee will Umstieg von Mais auf Wildblumen fördern

Kooperationsprojekt „Bunte Biomasse“ gestartet

21. Mai 2019/in Allgemein, Bunte Biomasse/von Andreas Kinser

Der Verlust der Biologischen Vielfalt hat in unserer Feldflur dramatische Ausmaße angenommen. Zum Internationalen Tag der Biodiversität setzen die Veolia Stiftung, der Deutsche Jagdverband und die Deutsche Wildtier Stiftung ein erfolgreiches Modell zum Schutz der Biodiversität in den Agrarlandschaften in die Praxis um: Mit dem Kooperationsprojekt „Bunte Biomasse“ werden deutschlandweit 500 Hektar Mais durch ertragreiche, mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion ersetzt. Die Flächen bieten Bodenbrütern im Frühjahr Nistmöglichkeiten und das langanhaltende und vielfältige Blütenangebot verbessert die Nahrungsressourcen für Bienen und Schmetterlinge, wovon wiederum viele Vogel- und Fledermausarten profitieren. Gleichzeitig produzieren ertragreiche Wildpflanzenmischungen bis zu 45 t Frischmasse je Hektar, die bei einer einmaligen Investition im Etablierungsjahr jährlich geerntet werden können.

„Als Experte für Wasser-, Energie- und Stoffkreisläufe ist Veolia die Verknüpfung der Biomasseproduktion mit dem Schutz von Biodiversität, Böden und Gewässern ein überaus wichtiges Anliegen“, erläutert Sylke Freudenthal vom Vorstand der Veolia Stiftung. Denn vor allem in Regionen mit einer hohen Viehdichte könnte das hohe Potential mehrjähriger Wildpflanzenmischungen zur Bindung von mineralisiertem Stickstoff für den Gewässerschutz zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Vom Artensterben in der Feldflur sind neben Wild- und Honigbienen, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten vor allem Feldvögel betroffen. „Kiebitz, Grauammer oder Feldlerche sind vielerorts verstummt, die Zahl der Rebhühner ist europaweit seit 1980 um 94 % eingebrochen“, konstatiert Dr. Volker Böhning vom Deutschen Jagdverband. Monitoring-Daten der Jäger für Deutschland zeigen: Das Rebhuhn-Verbreitungsgebiet ist allein von 2009 bis 2017 um ein Drittel geschrumpft. Im selben Zeitraum ging die Zahl der Brutpaare um 44 Prozent zurück – von 0,45 Brutpaaren pro Quadratkilometer auf 0,25 Paare.

Das Projekt „Bunte Biomasse“ soll einen bedeutenden Beitrag dazu leisten, den Anbau von pflanzlicher Biomasse als Substrat für Biogasanlagen enger an den Natur- und Artenschutz zu koppeln. „Wir suchen deutschlandweit Landwirte und Biogasanlagenbetreiber, die bereit sind, einen kleinen Teil ihrer Maisanbaufläche durch mehrjährige Wildpflanzenkulturen zu ersetzen“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Landwirte erhalten über das Projekt „Bunte Biomasse“ einen Ausgleich für Deckungsbeitragsverluste und werden kostenlos beim Anbau der Bestände und der Ernte des Aufwuchses beraten. Ein deutliches Plus an Biologischer Vielfalt und einen bedeutenden Imagegewinn für die Landwirtschaft und ihre lokalen Akteure bietet das Projekt „Bunte Biomasse“ zum Nulltarif.

Zu einer ausführlichen Projektbeschreibung gelangen Sie hier.

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2019/05/Beitragsbild_Bunte-Biomasse.jpg 519 788 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2019-05-21 09:02:232020-01-30 10:51:13Kooperationsprojekt „Bunte Biomasse“ gestartet
Aktionswoche Artenvielfalt - Wildpflanzen als Biogassubstrat schützen Bienen und Bauern

Wiefelstede blüht auf – mit Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion

17. Mai 2019/in Allgemein/von Andreas Kinser

Die Landesjägerschaft Niedersachsen macht mobil für mehr Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Durch den Anbau mehrjähriger Wildpflanzenmischungen zur Biogaserzeugung sollen Insekten, Rebhuhn und Co. wieder wertvollen Lebensraum erhalten. Um mit gutem Beispiel voran zu gehen, hat der Hegering Wiefelstede im letzten Jahr zwei Projektflächen in Mollberg und Heidkamperfeld von zusammen gut acht Hektar angelegt. In Niedersachsen sollen bis 2020 auf gut 150 Hektar solche Wildpflanzenmischungen blühen.

Die ökologischen Vorteile gegenüber herkömmlichen Energiekulturen wie Mais sind zahlreich, wie ein eigens von der Landesjägerschaft Niedersachsen ins Leben gerufene Projekt zeigt. Die mehrjährigen Wildpflanzenmischungen böten unzähligen Tieren Nahrung und Deckung – ob Insekten oder bedrohten Vögeln. Gerade vor dem Hintergrund des diskutierten „Insektensterbens“ sei das Blühangebot der artenreichen Wildpflanzenmischungen vom Frühjahr bis in den Herbst extrem wertvoll. Durch die Ansaat auf 5 Jahre entfiele außerdem die jährliche Bodenbearbeitung, sodass Feldhase oder Rebhuhn auch im Spätherbst und Winter auf diesen Flächen Deckung fänden. Daneben binden die mehrjährigen Wildpflanzenkulturen nach Angaben der Jäger auch deutlich mehr Stickstoff und damit Nitrat als Mais und schützen dadurch das Grundwasser.

Da die Wildpflanzenmischungen aber nicht die gleiche Methanausbeute wie Energiemais liefern, müsste die Politik den Landwirten mit einer Förderung die Ertragseinbußen ausgleichen. Um diese Fördermöglichkeiten auszuloten, trafen sich deshalb Vertreter der Jägerschaft, der Landwirtschaftskammer und Landwirte sowie die Vorsitzende der Bingo-Umweltstiftung, Sigrid Rakow, in Wiefelstede. Hier wurde ein Positionspapier erarbeitet, mit dem die Jägerschaft vor allem an die Politik auf allen Ebenen herantreten will.

Darin heißt es unter anderem: „Um weitere Flächenbewirtschafter und Landwirte für den Anbau mehrjähriger Wildpflanzen zu gewinnen, sind zusätzliche Anreize unerlässlich: Die Förderung von Saatgutkosten ist eine Möglichkeit, den Anbau (…) attraktiver zu gestalten. Weiterhin sollte in Zukunft, insbesondere bei der Fortschreibung der Gemeinsamen Agrarpolitik, darauf geachtet werden, die Förderfähigkeit des Anbaus von Wildpflanzen zur Energiegewinnung im Rahmen von Greening oder bei kommenden Alternativen umzusetzen.“ Nun liegt der Ball bei der Politik, um den Weg für eine ökologischere Biogaserzeugung zu ebnen.

Den vollständigen Artikel auf NWZonline.de finden Sie hier.

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2016/08/Beitragsbild-Saaten-Zeller-Walter-Bleeker.jpg 2463 3740 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2019-05-17 09:26:572019-05-17 09:42:21Wiefelstede blüht auf – mit Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion
Biogas aus Blumen

Biogas aus Blumen

25. März 2019/in Allgemein/von Andreas Kinser

Allein in Baden-Württemberg stehen über 900 Anlagen zur Produktion von Biogas. Damit sie ausgelastet sind, müssen auf knapp 10 % der Landesfläche Energiepflanzen zur Biomasseproduktion angebaut werden und von ihnen allein fast 70.000 Hektar Mais. Wie die Produktion von Biogas ökologisch sinnvoller werden kann, zeigt das Projekt „Biodiversität für Biogasanlagen“ in Baden-Württemberg. 23 Landwirte säen dafür seit 2018 Saatgutmischungen aus Wildpflanzen an, um den Aufwuchs der Blühflächen anschließend in Biogasanlagen zu vergären. Dabei sind die Pflanzen nicht nur Biomasse zur Erzeugung von Biogas, sondern vor der Mahd auch Bienennahrung im Sommer und ihre Stängel im Winter auch Unterschlupf für Insekten. Allerdings haben die Wildpflanzen einen Nachteil gegenüber Mais: Sie bringen weniger Ertrag. Dennoch haben sie auch finanzielle Vorteile: Sie benötigen keine Pflanzenschutzmittel und weil die Pflanzen mehrjährig sind, wird nicht so oft Saatgut gebraucht, es muss weniger gedüngt werden, und die Wildpflanzen brauchen insgesamt weniger Arbeit.

Den vollständigen Artikel im „klimareporter“ finden Sie hier.

Vorträge zur Abschlussveranstaltung eines NABU-Projekts „Biodiversität für Biogasanlagen“ finden Sie hier.

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2019/03/Beitragsbild_wissen-biogas_Goedecke.jpg 878 1333 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2019-03-25 16:23:252019-03-25 16:28:52Biogas aus Blumen

Wildpflanzen und Landschaftsästhetik

14. März 2019/in Allgemein/von Andreas Kinser

Forscher der Uni Münster und des Thünen Institutes Braunschweig haben untersucht, ob Wildpflanzenkulturen als alternatives Substrat zum Mais einen ästhetischen Gewinn für das Landschaftsbild darstellen. Die Untersuchungsergebnisse sind eindeutig. Demnach führt der Biomasseanbau mit Wildpflanzen zu einer strukturreicheren Landschaft und

  • wird als attraktiver wahrgenommen,
  • findet Zustimmung nicht nur bei den Landwirten sondern auch bei Akteuren aus dem Gastronomiegewerbe, für die das Landschaftsbild ein touristisches Potenzial darstellt und
  • wird von der Mehrheit der Befragten im Vergleich mit Maiskulturen als sowohl in ästhetischer als auch ökologischer Hinsicht überlegen eingestuft.

Interessant: Landschaften mit vereinzelten Maisfeldern wurden bei den durchgeführten Befragungen nicht schlechter bewertet als Landschaften ohne Mais, dagegen sind die Bewertungen für von Mais dominierte Landschaften signifikant schlechter. Immerhin ist Mais mittlerweile neben Winterweizen die am häufigsten bei uns angebaute Kultur.

Den vollständigen Artikel im Journal „Biomass an Bioenergy“ finden Sie hier:

Huth, E.; Paltrinieri, S. & Thiele, J. (2019): Bioenergy and its effects on landscape aesthetics – A survey contrasting conventional and wild crop biomass production. Biomass and Bioenergy, Volume 122,: 313-321.

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2019/03/Beitragsbild_Wildpflanzen_Ernte_WKuhn.jpg 3383 5136 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2019-03-14 14:43:132019-03-14 15:12:57Wildpflanzen und Landschaftsästhetik
Bienenstrom der Stadtwerke Nürtingen

Bienenstrom soll bundesweit als Franchise-Modell ausgedehnt werden

6. März 2019/in Allgemein/von Andreas Kinser

Als Bienenstrom auf den Markt kam, steckte dahinter bereits eine völlig neue Idee: den Verbrauchern ein Ökostrom-Produkt anzubieten, das besonders bienen- und insektenfreundlich ist. Mit einem Teil des Strompreises werden insektenfreundliche Blühflächen gefördert. Nun wollen die Stadtwerke Nürtingen gemeinsam mit ihren Partnern ihren Bienenstrom auch anderen Stadtwerken und Regionalversorgern zur Verfügung stellen – als Franchise-Modell.

Die Strategie für diese bundesweite Öffnung wurde von den Stadtwerken Nürtingen und ihrem Kooperationspartner Biosphärengebiet Schwäbische Alp zusammen mit dem Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund und dem Fachverband Biogas e.V. entwickelt. Gesucht werden Energieversorgungsunternehmen, die als „Franchisenehmer (FN)“ das BienenstromGeschäftsmodell regional nutzen wollen. Der FN verkauft Bienenstrom rechtlich selbständig und zahlt an die Stadtwerke Nürtingen GmbH als „Franchisegeber (FG)“ Gebühren für die Verwendung der Marke, einheitlicher Logos und Marketing. Der FG gibt für Kundenanfragen mit einem Jahresbedarf von weniger als 10.000 kWh den Verkaufspreis vor und informiert den FN über geplante Preisänderungen, insbesondere des zu Grunde liegenden Energiepreises. Für Gewerbe- und Industriekunden (> 10.000 kWh/a) kann der FN den Energiepreis bzw. den Verkaufspreis selbst bestimmen, die Höhe des Blühhilfebeitrags beträgt auch hier 1 ct/kWh. Der FN kann selbstständig Verträge bis zu einer Jahresabsatzmenge von 100.000 kWh abschließen. Alternativ kann der FN entweder selbst die Finanzierung von landwirtschaftlichen Flächen in seiner Region aus den eingenommenen Blühhilfebeiträgen durchführen oder den FG mit der Abwicklung des Blühhilfebeitrags gegenüber den Landwirten beauftragen. Der FG gibt Mindestanforderungen für den durch den FN zu verkaufenden Strom vor und entwickelt diese in Zusammenarbeit mit dem FN weiter. Hierzu werden der FN und die Stadtwerke Nürtingen GmbH eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnen. Die Stadtwerke Nürtingen GmbH erhält als Franchisegeber einen Anteil aus den Einnahmen des FN.

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2018/05/Beitagsbild_Bienenstrom_Nürtingen_Wildpflanzen-2.jpg 692 1051 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2019-03-06 17:05:192020-01-29 15:55:10Bienenstrom soll bundesweit als Franchise-Modell ausgedehnt werden

Bienenstrom als Modell der Zukunft

28. Januar 2019/in Allgemein/von Andreas Kinser

Seit 2018 bieten die Stadtwerke Nürtingen bundesweit ihr Stromprodukt „Bienenstrom“ an. Bisher 200 Kunden zahlen pro Kilowattstunde einen Aufschlag von einem Cent, damit auf der Schwäbischen Alb auf bisher insgesamt 19 Hektar statt wie früher Mais nun mehrjährige Wildpflanzen angebaut werden. Da der Energieertrag von Wildpflanzen je Hektar bei der Verarbeitung in der Biogasanlage geringer ist als der von Mais, bekommen die Landwirte als Ausgleich für die Umstellung einen festgelegten Betrag von den Stadtwerkern Nürtingen. Ende Januar fand nun am Rande der Großen Celler Imkertagen eine Tagung statt, bei der über die Weiterentwicklung und Verbreitung des Produktes „Bienenstrom“ beraten wurde.

Einen Bericht in der Celleschen Zeitung finden Sie hier.

http://www.cellesche-zeitung.de/Thema/Celle-blueht-auf/Bluehende-Energiepflanzen-Bienenstrom-als-Modell-der-Zukunft

Einen Bericht in der Neuen Westfälischen finden Sie hier.

https://www.nw.de/nachrichten/wirtschaft/22361549_Bienenstrom-gegen-das-Insektensterben.html

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2015/01/Videoclip.jpg 843 1280 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2019-01-28 15:49:062019-01-28 15:52:03Bienenstrom als Modell der Zukunft

Stadtwerke Lünen lassen ab 2019 die EnergieBiene fliegen

4. Dezember 2018/in Allgemein/von Andreas Kinser

Nach den Stadtwerken Nürtingen mit ihrem Projekt „Bienenstrom“ setzen ab 2019 auch die Stadtwerke Lünen bei der Produktion von Ökostrom auf Wildpflanzen. Mit ihrem Umweltprojekt „SWL-EnergieBiene“ leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Energiewende, sondern verwandeln Teile der Lippestadt in blütenreiche Lebensräume für Insekten.

Auf zwei bis drei Demonstrationsflächen werden in Lünen ab 2019 Wildpflanzen angebaut, geerntet und ihr Aufwuchs in der Biogasanlage der Stadtwerke-Tochter Bioenergie GmbH & Co. Kg vergärt. Die umweltfreundlich erzeugte Energie wird direkt in das örtliche Versorgungsnetz eingespeist. Die Demonstrationsflächen von EnergieBiene dienen im ersten Jahr dazu, interessierten Kunden und Bürgern ein Bild davon zu vermitteln, was das Projekt für die Natur und Umgebung in Lünen bedeutet. Nach der Getreideernte im Sommer 2019 wird die Etablierung (Vorbereitung und Aussaat) der Flächen für 2020 erfolgen. In den nächsten fünf Jahren sollen insgesamt auf rund 100 Hektar ertragreiche Wildpflanzen als Energiepflanzen angebaut werden. Möglich wird dieses Ziel durch kompetente Landwirte, die die Wildpflanzen-Mischungen auf ihren Ackerflächen ansäen, bewirtschaften und ernten. Sie sind ein zentraler Baustein des Projekts.

Entscheidend für den Erfolg des Projekts sind vor allem die Abnehmer, also die Strom- und Gaskunden. Mit einem Jahresbeitrag von 12 Euro kann man sich am Projekt beteiligen und nicht nur zu einem schöneren Stadtbild beitragen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Insektenfauna rund um Lünen leisten.

Einen Artikel in den Ruhrnachrichten über das Projekt EnergieBiene finden Sie hier.

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2018/12/Beitragsbild_EnergieBiene.jpg 551 836 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2018-12-04 16:13:142018-12-04 16:14:28Stadtwerke Lünen lassen ab 2019 die EnergieBiene fliegen
Expertenforum Bioenergie 2018

Verheizte Natur – Expertenforum 2018 zur Bioenergie

27. November 2018/in Allgemein/von Andreas Kinser

Das Thema des Expertenforums 2018, das die Deutsche Wildtier Stiftung am 2. November am Pariser Platz in Berlin veranstaltet hat, lautete: „Verheizte Natur? – Ökologische Auswirkungen des Anbaus von Energiepflanzen“. Anlass für das Thema war nicht zuletzt der zum Teil dramatische Rückgang der Artenvielfalt in unseren agrarisch geprägten Landschaften. Denn Bioenergie kann nicht nur eine Alternative zu anderen Energieformen sein, sondern auch die Zerstörung von Lebensräumen unserer Wildtiere bedeuten.

Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband erläuterte, welche Auswirkungen hinsichtlich der Artenvielfalt zu beobachten sind und welche Alternativen sich anbieten. Die Ornithologin Dr. Krista Dziewiaty zeigte auf, welche Feldvögel die Verlierer beim Anbau von Energiepflanzen sind. Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung erläuterte das Anbausystem Energie aus Wildpflanzen und stellte Erfahrungen aus der Praxis vor. Zwar hat beim Thema Bioenergie bereits ein Umdenken in der Politik eingesetzt, doch bis Landwirte nicht nur „Energiewirte“, sondern auch „Naturschutzwirte“ werden, bleibt, das zeigte die Debatte der 70 Teilnehmer deutlich, noch viel zu tun.

Torsten Reinwald (Deutscher Jagdverband e.V.): „Vermaisung der Landschaft“

Dr. Krista Dziewiaty „Brutvögel und Energiepflanzen“

Dr. Andreas Kinser (Deutsche Wildtier Stiftung): „Energie aus Wildpflanzen“

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2018/11/Beitragsbild-ExPertFor18.jpg 900 1600 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2018-11-27 13:19:122019-06-24 15:33:24Verheizte Natur – Expertenforum 2018 zur Bioenergie
Stickstofffixierung durch Wildpflanzen - Gewässerschutz

Risiken der Samenausbreitung durch Gärreste?

15. November 2018/in Allgemein/von Andreas Kinser

Enthalten Gärreste von Wildpflanzenbiomasse noch keimfähige Arten die zu erhöhtem Unkrautdruck führen? Um diese Frage drehte sich eine Untersuchung der Universität Rostock in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB). Dabei stellte sich heraus, dass hartschalige Samen auch nach der Gärung noch keimfähig sind. Vor allem Steinklee und Malvenarten könnten nach Meinung der Forscher in Gärresten vorhanden sein. Allerdings: Wird der Wildpflanzen-Anbau richtig durchgeführt, findet die Ernte bereits vor der Samenreife statt und es gelangen gar nicht erst keimfähige Samen in das Erntegut. Mit einer Ausbreitung von Wildpflanzen auf Flächen, auf denen sie nicht erwünscht sind, ist also nicht zu rechnen.

Gärreste der Mischung BG 70 untersucht

Bei der Vergärung von Biomasse in Biogasanlagen entsteht neben Biogas ein sogenannter „Gärrest“, welcher aufgrund seines hohen Nährstoffgehalts als Dünger auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht wird. Überdauern Wildpflanzensamen diese Gärprozesse, enthalten die Gärreste keimfähige Samen die auf Flächen kommen, auf denen Wildpflanzen eigentlich unerwünscht sind. Bei der Studie der Uni Rostock und des ATB wurde der Gärrest der Blühmischung BG70 der Firma Saaten Zeller, für die eine Standzeit von bis zu fünf Jahren vorgesehen ist, nach der Gärung untersucht. Über die fünf Jahre hinweg etablierten sich vor allem Beifuß (Artemisia vulgaris), Schwarze Flockenblume (Centaurea nigra) und Rainfarn (Tanacetum vulgare), im ersten Jahr auch verschiedene Malven-Arten (Malva sp.) und im zweiten Jahr weißer und gelber Steinklee (Melilotus albus M. officinales). Bei der Untersuchung, bei der große Mengen keimfähiges Saatgut in die Biogas-Prozesskette gelangten, wurde festgestellt, dass nur hartschalige Samen die Gärung überstanden. Die Überlebensquote lag je nach Art bei bis zu 70 Prozent. Beifuß, Schwarze Flockenblume und Rainfarn sind unkritisch, da diese keine hartschaligen Samen haben. Anders sieht es bei den Steinklee- und Malven-Arten aus, welche potenziell verbreitet werden könnten.

Bei einem richtig gewählten Erntetermin ist das Risiko einer Ausbringung von keimfähigen Wildpflanzen auf Marktfruchtäckern verschwindend gering. Wer trotzdem sicher gehen will bringt die Gärreste des Wildpflanzenaufwuchses einfach auf den Wildpflanzenflächen selbst aus oder verwendet die Mischung BG90. Diese besteht aus 22 über- und mehrjährigen Stauden und wird nach frühräumender Wintergerste oder Getreideganzpflanzensilage angebaut. Probleme mit einjährigen Arten, als Steinklee und Malvenarten, hätte man bei dieser Mischung überhaupt nicht. (Text: FNR & DeWiSt/C.Wegscheider)

Die Pressemitteilung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe finden Sie hier.

Den Endbericht zum Projekt „Wildpflanzen-Samen in der Biogas-Prozesskette – Eintrags- und Überlebensrisiko unter dem Einfluss von Prozessparametern“ finden Sie hier (Teil 1) und hier (Teil 2).

https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2018/04/Beitragsbild_Daniel-Mattheus_Stickstofffixierung.jpg 2267 3446 Andreas Kinser https://www.energie-aus-wildpflanzen.de/wp-content/uploads/2014/02/Kontakt1.png Andreas Kinser2018-11-15 17:06:182018-11-16 13:35:15Risiken der Samenausbreitung durch Gärreste?
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Aktuelles

  • Projekt Bunte Biomasse mit neuen Konditionen verlängert17. Oktober 2023 - 15:48
  • M.Bischoff
    Online Beitrag auf Merkur.de: Erste Ernte für Bunte Biomasse in Grünbach/Eitting6. September 2023 - 5:00
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    Bunte Biomasse in zehn Bundesländern etabliert – Projekt sucht noch Anbaulandwirte in Hessen und Schleswig-Holstein5. September 2023 - 8:44
  • Sarah Flach
    Neue Infobroschüre: Veitshöchheimer Hanfmix – Produktionsintegrierter Arten-, Boden- und Klimaschutz26. Juli 2023 - 13:40
  • Sabine Paltrinieri
    Neue Studie: Beschreibung des botanischen Erscheinungsbildes von Wildpflanzenmischungen als Grundlage zur Beurteilung ökologischer Potentiale25. April 2023 - 12:59

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