Wildblüten Fest in Kißlegg

Wildblüten-Fest in Kißlegg

Biogas und Artenvielfalt – geht das zusammen?

Aus Kißlegg kam schon früh die Antwort: Ja! Und zwar durch den Anbau mehrjähriger Wildpflanzenmischungen, die auf der einen Seite hohe Biomasseerträge liefern, auf der anderen Seite aber zahlreiche ökologische Vorzüge gegenüber anderen Biogaskulturen wie Mais haben.

Darüber und über vieles mehr können Sie sich auf dem Wildblüten-Fest informieren:

am Samstag, 27. Juli 2019 um 15.00 Uhr

auf dem Hof von Markus Frick, Oberhaid 5, Kißlegg

weitere Informationen und den Programmflyer finden Sie hier

Kommen Sie vorbei und freuen Sie sich auf interessante Vorträge, Begehung und Vorstellung von Wildpflanzenbeständen und bereichernde Diskussionen!

Richard Schulte, Dr. Markus Binding, Werner Kuhn, Hilmar von Münchhausen und Torsten Reinwald

Auftaktveranstaltung des Kooperationsprojekts „Bunte Biomasse“

Auf dem Landwirtschaftsbetrieb Schulte in Delbrück fand gestern die Auftaktveranstaltung des Kooperationsprojekts „Bunte Biomasse“ von Veolia Stiftung, Deutschem Jagdverband und Deutscher Wildtier Stiftung statt. Um den Verlust der Biodiversität in der Feldflur zu stoppen, sollen im Rahmen des Projekts in den kommenden fünf Jahren deutschlandweit 500 Hektar Mais durch ertragreiche, mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion ersetzt werden.

Werner Kuhn vom Netzwerk Lebensraum Feldflur und Richard Schulte führten die Interessierten aus Landwirtschaft, Naturschutz, Jagd und Presse über die blühenden Flächen. Landwirt Schulte ist einer von 30 Landwirten bundesweit, die sich seit dem Projektauftakt im April bei den Initiatoren gemeldet haben. Er möchte auf etwa 10 Hektar Mais durch mehrjährige Wildpflanzen ersetzen. „Für mich als Landwirt und Biogasanlagenbetreiber ist Bunte Biomasse wahrscheinlich die effizienteste Möglichkeit, um die Lebensräume in der Feldflur zu verbessern“, betont Schulte. „Meine Flächen sind ein Magnet für Feldhasen, Fasane und viele Brutvögel.“ Nach einer kurzen inhaltlichen Einführung wurde vor den Augen der Gäste eine mehrjährige, ertragreiche Wildpflanzenmischung eingesät, die zukünftig Biomasse für die Methanproduktion liefern soll. Daneben wurden auch unterschiedlich alte, etablierte Bestände besichtigt.

Die positiven Wirkungen von „Bunter Biomasse“ sind unstrittig: Die Kulturen aus bis zu 25 verschiedenen Wildpflanzenarten haben im Vergleich zu anderen Energiepflanzen eine bessere Struktur als Bruthabitat, weisen deutlich mehr Blütenvielfalt und -reichtum auf und haben dadurch eine größere und vielfältigere Wirbellosen-Fauna. Zusätzlich sorgen mehrjährige Wildpflanzen nach der Ernte für einen Bewuchs im Winter und damit für Erosionsschutz und ein Nahrungs- und Deckungshabitat für Wintergäste und Niederwild. Daneben haben die Wildpflanzen ein hohes Potenzial zur Stickstoffbindung, was den Stickstoffaustrag ins Grundwasser deutlich vermindert. „Mehr Insekten, mehr Niederwild, mehr Bodenschutz. Und – für Veolia von besonderer Bedeutung: Mehr Schutz für Gewässer und damit für unser Trinkwasser!“, fasste es Dr. Markus Binding, Vorstand der Veolia Stiftung zusammen.

Hinsichtlich der Biomasseerträge gibt es zwischen dem Anbau von Wildpflanzen und Silomais kaum noch eine Differenz. Da allerdings der Methanertrag des Substrats von den Wildpflanzenflächen nur bei etwa 70 % pro Tonne Trockenmasse im Vergleich zum Mais liegt, gewährt das Projekt „Bunte Biomasse“ einen Ausgleich von 250 € pro Hektar und Nutzungsjahr.

 „Auf lange Sicht brauchen wir Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen: Es muss eine Win-Win-Situation geben für Landwirte und Artenvielfalt.“, so Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Das Projekt Bunte Biomasse kann nur der Anfang sein. Wir müssen den Schulterschluss mit Politik und Wirtschaft hinbekommen für mehr Biodiversität. Deshalb freut es mich sehr, dass die Veolia-Stiftung neben dem Deutschen Jagdverband unser Partner ist.“

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast besichtigt Produktionsstandort von Wildpflanzensaatgut

Landwirtschaftsministerin besucht Produktionsstandort Bienenbüttel

Die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast informierte sich am 12.06.2019 auf dem Hof Hartig in Bienenbüttel über die Produktion von Wildpflanzensaatgut. Dort werden auf ca. 120 Hektar Saatgut für Regiosaatgut-Mischungen und Landwirtschaftliche Mischungen (Agrarökologische Maßnahmen, Biogas aus Wildpflanzen) für die Fa. Saaten Zeller produziert. Auf besonderes Interesse stieß das Thema „Biogas aus Wildpflanzen“. Mehrjährige Wildpflanzenmischungen heimischer Arten für die Biogasproduktion haben sich in den letzten Jahren bewährt und werden inzwischen bundesweit von zahlreichen Landwirten eingesetzt. Sie tragen nachweislich zur Steigerung der Biodiversität in der Agrarlandschaft bei. Aufgrund der ganzjährigen Vegetationsbedeckung sind die Nährstoffverluste minimal. Leider besteht bislang keine Möglichkeit, die Leistungen der mehrjährigen Wildpflanzenmischungen für die Allgemeinheit, wie z.B. die Steigerung der Biodiversität, der Erhalt der Bodengesundheit und die wesentlich niedrigere Nitratauswaschung, zu monetarisieren. „Ein wesentliches Hemmnis für Landwirte ist, dass im Rahmen des Greenings und der Agrarumweltmaßnahmen der Länder bislang keine Nutzung des Aufwuchses zugelassen ist“ so Joachim Zeller, Geschäftsführer der Saaten Zeller GmbH & Co KG. Um die Akzeptanz von mehrjährigen Wildpflanzenmischungen weiter zu erhöhen und die positive Auswirkungen des Anbaus auf Biodiversität und Grundwasserschutz in der Fläche umsetzen zu können, ist es notwendig, die auf die Fläche bezogene Gasausbeute der Mischungen weiter zu erhöhen. Die Fa. Saaten Zeller betreibt daher seit 2017 ein eigenes Forschungsprojekt, das von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert wird.

Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die Entdeckung eines Geleges des Sumpfrohrsängers in einem Rainfarn-Bestand der Biogas-Versuchsflächen.

Regionalwerk Bodensee will Umstieg von Mais auf Wildblumen fördern

Das Thema Insektensterben ist inzwischen im Fokus der Öffentlichkeit angekommen. Nun möchte das Regionalwerk Bodensee im Energiesektor, genauer gesagt beim Thema Biogas, etwas dagegen tun. Gemeinsam mit der Elobau-Stiftung sollen Landwirte gefördert werden, die Energiemais durch eine besondere Wildpflanzensaat ersetzen.

Diese Wildpflanzenmischungen aus heimischen Arten haben gegenüber Monokulturen viele ökologische Vorteile und sollen die Artenvielfalt in der Feldflur steigern. Vergleichbar mit einer Blütenwiese, wie mancher sich das vorstelle, sei das nicht, das wachse alles schon sehr hoch, aber dafür gebe es mehr Ertrag – mit der erprobten Mischung für etwa fünf Jahre, so Peter Aulmann, Vorsitzender der Elobau Stiftung.

Obwohl die Mischungen sehr viel Biomasse liefern, ist der Ertrag gegenüber Energiemais geringer. Diese Mindereinnahmen sollen teilnehmenden Landwirten durch Zahlung einer Förderung ausgeglichen werden. Das Regionalwerk will ab 2020 erst einmal zehn Hektar fördern, dafür erhalten die teilnehmenden Landwirte 500 Euro pro Jahr und Hektar.

Mit dem Pilotprojekt sollen vor allem Landwirte in den Gründungsgemeinden des Regionalwerks angesprochen werden. Genutzt werden sollen unter anderem die Erfahrungen aus einem Vorreiterprojekt von Martin Frick aus Kißlegg, der seit sieben Jahren ein Wildpflanzenbiogas-Projekt ergänzend zum Mais betreibt.

Geschäftsführer des Regionalwerks Michael Hofmann sagt, es gehe nicht darum, Mais zu verteufeln: Vielmehr gehe es darum, langfristig die Vielfalt zu steigern. Je mehr das Regionalwerk wachse, desto mehr Fläche könne gefördert werden. Das sei nicht nur gut für Insekten, sondern auch für den Tourismus, da über die blühenden Wildpflanzen das Landschaftsbild aufgewertet würde. Dafür sucht das Regionalwerk weitere Partner – so sollen Landwirtschafts- und Umweltorganisationen mit an Bord geholt werden.

Weitere Informationen zum Projekt der elobau Stiftung finden Sie hier

Den kompletten Artikel finden Sie hier

Kooperationsprojekt „Bunte Biomasse“ gestartet

Der Verlust der Biologischen Vielfalt hat in unserer Feldflur dramatische Ausmaße angenommen. Zum Internationalen Tag der Biodiversität setzen die Veolia Stiftung, der Deutsche Jagdverband und die Deutsche Wildtier Stiftung ein erfolgreiches Modell zum Schutz der Biodiversität in den Agrarlandschaften in die Praxis um: Mit dem Kooperationsprojekt „Bunte Biomasse“ werden deutschlandweit 500 Hektar Mais durch ertragreiche, mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion ersetzt. Die Flächen bieten Bodenbrütern im Frühjahr Nistmöglichkeiten und das langanhaltende und vielfältige Blütenangebot verbessert die Nahrungsressourcen für Bienen und Schmetterlinge, wovon wiederum viele Vogel- und Fledermausarten profitieren. Gleichzeitig produzieren ertragreiche Wildpflanzenmischungen bis zu 45 t Frischmasse je Hektar, die bei einer einmaligen Investition im Etablierungsjahr jährlich geerntet werden können.

„Als Experte für Wasser-, Energie- und Stoffkreisläufe ist Veolia die Verknüpfung der Biomasseproduktion mit dem Schutz von Biodiversität, Böden und Gewässern ein überaus wichtiges Anliegen“, erläutert Sylke Freudenthal vom Vorstand der Veolia Stiftung. Denn vor allem in Regionen mit einer hohen Viehdichte könnte das hohe Potential mehrjähriger Wildpflanzenmischungen zur Bindung von mineralisiertem Stickstoff für den Gewässerschutz zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Vom Artensterben in der Feldflur sind neben Wild- und Honigbienen, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten vor allem Feldvögel betroffen. „Kiebitz, Grauammer oder Feldlerche sind vielerorts verstummt, die Zahl der Rebhühner ist europaweit seit 1980 um 94 % eingebrochen“, konstatiert Dr. Volker Böhning vom Deutschen Jagdverband. Monitoring-Daten der Jäger für Deutschland zeigen: Das Rebhuhn-Verbreitungsgebiet ist allein von 2009 bis 2017 um ein Drittel geschrumpft. Im selben Zeitraum ging die Zahl der Brutpaare um 44 Prozent zurück – von 0,45 Brutpaaren pro Quadratkilometer auf 0,25 Paare.

Das Projekt „Bunte Biomasse“ soll einen bedeutenden Beitrag dazu leisten, den Anbau von pflanzlicher Biomasse als Substrat für Biogasanlagen enger an den Natur- und Artenschutz zu koppeln. „Wir suchen deutschlandweit Landwirte und Biogasanlagenbetreiber, die bereit sind, einen kleinen Teil ihrer Maisanbaufläche durch mehrjährige Wildpflanzenkulturen zu ersetzen“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Landwirte erhalten über das Projekt „Bunte Biomasse“ einen Ausgleich für Deckungsbeitragsverluste und werden kostenlos beim Anbau der Bestände und der Ernte des Aufwuchses beraten. Ein deutliches Plus an Biologischer Vielfalt und einen bedeutenden Imagegewinn für die Landwirtschaft und ihre lokalen Akteure bietet das Projekt „Bunte Biomasse“ zum Nulltarif.

Zu einer ausführlichen Projektbeschreibung gelangen Sie hier.

Aktionswoche Artenvielfalt - Wildpflanzen als Biogassubstrat schützen Bienen und Bauern

Wiefelstede blüht auf – mit Wildpflanzenmischungen zur Biomasseproduktion

Die Landesjägerschaft Niedersachsen macht mobil für mehr Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Durch den Anbau mehrjähriger Wildpflanzenmischungen zur Biogaserzeugung sollen Insekten, Rebhuhn und Co. wieder wertvollen Lebensraum erhalten. Um mit gutem Beispiel voran zu gehen, hat der Hegering Wiefelstede im letzten Jahr zwei Projektflächen in Mollberg und Heidkamperfeld von zusammen gut acht Hektar angelegt. In Niedersachsen sollen bis 2020 auf gut 150 Hektar solche Wildpflanzenmischungen blühen.

Die ökologischen Vorteile gegenüber herkömmlichen Energiekulturen wie Mais sind zahlreich, wie ein eigens von der Landesjägerschaft Niedersachsen ins Leben gerufene Projekt zeigt. Die mehrjährigen Wildpflanzenmischungen böten unzähligen Tieren Nahrung und Deckung – ob Insekten oder bedrohten Vögeln. Gerade vor dem Hintergrund des diskutierten „Insektensterbens“ sei das Blühangebot der artenreichen Wildpflanzenmischungen vom Frühjahr bis in den Herbst extrem wertvoll. Durch die Ansaat auf 5 Jahre entfiele außerdem die jährliche Bodenbearbeitung, sodass Feldhase oder Rebhuhn auch im Spätherbst und Winter auf diesen Flächen Deckung fänden. Daneben binden die mehrjährigen Wildpflanzenkulturen nach Angaben der Jäger auch deutlich mehr Stickstoff und damit Nitrat als Mais und schützen dadurch das Grundwasser.

Da die Wildpflanzenmischungen aber nicht die gleiche Methanausbeute wie Energiemais liefern, müsste die Politik den Landwirten mit einer Förderung die Ertragseinbußen ausgleichen. Um diese Fördermöglichkeiten auszuloten, trafen sich deshalb Vertreter der Jägerschaft, der Landwirtschaftskammer und Landwirte sowie die Vorsitzende der Bingo-Umweltstiftung, Sigrid Rakow, in Wiefelstede. Hier wurde ein Positionspapier erarbeitet, mit dem die Jägerschaft vor allem an die Politik auf allen Ebenen herantreten will.

Darin heißt es unter anderem: „Um weitere Flächenbewirtschafter und Landwirte für den Anbau mehrjähriger Wildpflanzen zu gewinnen, sind zusätzliche Anreize unerlässlich: Die Förderung von Saatgutkosten ist eine Möglichkeit, den Anbau (…) attraktiver zu gestalten. Weiterhin sollte in Zukunft, insbesondere bei der Fortschreibung der Gemeinsamen Agrarpolitik, darauf geachtet werden, die Förderfähigkeit des Anbaus von Wildpflanzen zur Energiegewinnung im Rahmen von Greening oder bei kommenden Alternativen umzusetzen.“ Nun liegt der Ball bei der Politik, um den Weg für eine ökologischere Biogaserzeugung zu ebnen.

Den vollständigen Artikel auf NWZonline.de finden Sie hier.

Biogas aus Blumen

Biogas aus Blumen

Allein in Baden-Württemberg stehen über 900 Anlagen zur Produktion von Biogas. Damit sie ausgelastet sind, müssen auf knapp 10 % der Landesfläche Energiepflanzen zur Biomasseproduktion angebaut werden und von ihnen allein fast 70.000 Hektar Mais. Wie die Produktion von Biogas ökologisch sinnvoller werden kann, zeigt das Projekt „Biodiversität für Biogasanlagen“ in Baden-Württemberg. 23 Landwirte säen dafür seit 2018 Saatgutmischungen aus Wildpflanzen an, um den Aufwuchs der Blühflächen anschließend in Biogasanlagen zu vergären. Dabei sind die Pflanzen nicht nur Biomasse zur Erzeugung von Biogas, sondern vor der Mahd auch Bienennahrung im Sommer und ihre Stängel im Winter auch Unterschlupf für Insekten. Allerdings haben die Wildpflanzen einen Nachteil gegenüber Mais: Sie bringen weniger Ertrag. Dennoch haben sie auch finanzielle Vorteile: Sie benötigen keine Pflanzenschutzmittel und weil die Pflanzen mehrjährig sind, wird nicht so oft Saatgut gebraucht, es muss weniger gedüngt werden, und die Wildpflanzen brauchen insgesamt weniger Arbeit.

Den vollständigen Artikel im „klimareporter“ finden Sie hier.

Vorträge zur Abschlussveranstaltung eines NABU-Projekts „Biodiversität für Biogasanlagen“ finden Sie hier.

Wildpflanzen und Landschaftsästhetik

Forscher der Uni Münster und des Thünen Institutes Braunschweig haben untersucht, ob Wildpflanzenkulturen als alternatives Substrat zum Mais einen ästhetischen Gewinn für das Landschaftsbild darstellen. Die Untersuchungsergebnisse sind eindeutig. Demnach führt der Biomasseanbau mit Wildpflanzen zu einer strukturreicheren Landschaft und

  • wird als attraktiver wahrgenommen,
  • findet Zustimmung nicht nur bei den Landwirten sondern auch bei Akteuren aus dem Gastronomiegewerbe, für die das Landschaftsbild ein touristisches Potenzial darstellt und
  • wird von der Mehrheit der Befragten im Vergleich mit Maiskulturen als sowohl in ästhetischer als auch ökologischer Hinsicht überlegen eingestuft.

Interessant: Landschaften mit vereinzelten Maisfeldern wurden bei den durchgeführten Befragungen nicht schlechter bewertet als Landschaften ohne Mais, dagegen sind die Bewertungen für von Mais dominierte Landschaften signifikant schlechter. Immerhin ist Mais mittlerweile neben Winterweizen die am häufigsten bei uns angebaute Kultur.

Den vollständigen Artikel im Journal „Biomass an Bioenergy“ finden Sie hier:

Huth, E.; Paltrinieri, S. & Thiele, J. (2019): Bioenergy and its effects on landscape aesthetics – A survey contrasting conventional and wild crop biomass production. Biomass and Bioenergy, Volume 122,: 313-321.

Bienenstrom der Stadtwerke Nürtingen

Bienenstrom soll bundesweit als Franchise-Modell ausgedehnt werden

Als Bienenstrom auf den Markt kam, steckte dahinter bereits eine völlig neue Idee: den Verbrauchern ein Ökostrom-Produkt anzubieten, das besonders bienen- und insektenfreundlich ist. Mit einem Teil des Strompreises werden insektenfreundliche Blühflächen gefördert. Nun wollen die Stadtwerke Nürtingen gemeinsam mit ihren Partnern ihren Bienenstrom auch anderen Stadtwerken und Regionalversorgern zur Verfügung stellen – als Franchise-Modell.

Die Strategie für diese bundesweite Öffnung wurde von den Stadtwerken Nürtingen und ihrem Kooperationspartner Biosphärengebiet Schwäbische Alp zusammen mit dem Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund und dem Fachverband Biogas e.V. entwickelt. Gesucht werden Energieversorgungsunternehmen, die als „Franchisenehmer (FN)“ das BienenstromGeschäftsmodell regional nutzen wollen. Der FN verkauft Bienenstrom rechtlich selbständig und zahlt an die Stadtwerke Nürtingen GmbH als „Franchisegeber (FG)“ Gebühren für die Verwendung der Marke, einheitlicher Logos und Marketing. Der FG gibt für Kundenanfragen mit einem Jahresbedarf von weniger als 10.000 kWh den Verkaufspreis vor und informiert den FN über geplante Preisänderungen, insbesondere des zu Grunde liegenden Energiepreises. Für Gewerbe- und Industriekunden (> 10.000 kWh/a) kann der FN den Energiepreis bzw. den Verkaufspreis selbst bestimmen, die Höhe des Blühhilfebeitrags beträgt auch hier 1 ct/kWh. Der FN kann selbstständig Verträge bis zu einer Jahresabsatzmenge von 100.000 kWh abschließen. Alternativ kann der FN entweder selbst die Finanzierung von landwirtschaftlichen Flächen in seiner Region aus den eingenommenen Blühhilfebeiträgen durchführen oder den FG mit der Abwicklung des Blühhilfebeitrags gegenüber den Landwirten beauftragen. Der FG gibt Mindestanforderungen für den durch den FN zu verkaufenden Strom vor und entwickelt diese in Zusammenarbeit mit dem FN weiter. Hierzu werden der FN und die Stadtwerke Nürtingen GmbH eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnen. Die Stadtwerke Nürtingen GmbH erhält als Franchisegeber einen Anteil aus den Einnahmen des FN.

Bienenstrom als Modell der Zukunft

Seit 2018 bieten die Stadtwerke Nürtingen bundesweit ihr Stromprodukt „Bienenstrom“ an. Bisher 200 Kunden zahlen pro Kilowattstunde einen Aufschlag von einem Cent, damit auf der Schwäbischen Alb auf bisher insgesamt 19 Hektar statt wie früher Mais nun mehrjährige Wildpflanzen angebaut werden. Da der Energieertrag von Wildpflanzen je Hektar bei der Verarbeitung in der Biogasanlage geringer ist als der von Mais, bekommen die Landwirte als Ausgleich für die Umstellung einen festgelegten Betrag von den Stadtwerkern Nürtingen. Ende Januar fand nun am Rande der Großen Celler Imkertagen eine Tagung statt, bei der über die Weiterentwicklung und Verbreitung des Produktes „Bienenstrom“ beraten wurde.

Einen Bericht in der Celleschen Zeitung finden Sie hier.

http://www.cellesche-zeitung.de/Thema/Celle-blueht-auf/Bluehende-Energiepflanzen-Bienenstrom-als-Modell-der-Zukunft

Einen Bericht in der Neuen Westfälischen finden Sie hier.

https://www.nw.de/nachrichten/wirtschaft/22361549_Bienenstrom-gegen-das-Insektensterben.html